Bericht des Jugendzahnärztlichen Dienstes zur Zahngesundheit im Ilm-Kreis

Gymnasiasten haben die besseren Zähne

Ilm-Kreis (ke) - Der Jugendzahnärztliche Dienst gab die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen von 6300 Kindern und Jugendlichen von 2 bis 18 Jahren im Ilm-Kreis bekannt. Erste kleine Erfolge konnte die Jugendzahnärztin im Gesundheitsamt des Ilm-Kreises Erdmuthe Kettler im Risikobereich der frühkindlichen Karies bei den zwei- bis dreijährigen Kindergartenkindern verkünden.

Diese konnte in den letzten fünf Jahren um mehr als sieben Prozent auf knapp 14 Prozent gesenkt werden. Aber immer noch bestehe großer Schulungsbedarf in diesem Bereich, vor allem bei  den Eltern. „Viele Mütter wissen gar nicht, dass sie ihrem Kind die Zähne putzen müssen, sobald der erste Zahn da ist“, so Erdmuthe Kettler. Weitere Ursachen für diese frühe Karies sind zu langes Trinken aus der Nuckelflasche und falsche Ernährung. Die zu lange Benutzung von Nuckelflaschen und Saugern führt bei Kindergartenkindern auch immer häufiger zu kieferorthopädischen Problemen. Wie viel gesunde Ernährung und richtige Zahnpflege bewirken können, zeigte ein Projekt des Kindergartens „Benjamin Blümchen“ in Arnstadt. Hier wurden Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke verbannt und Eltern und Kinder zu  richtiger Zahnpflege angeleitet. Dadurch konnte die Zahl der kariösen Zähne um über 13 Prozent gesenkt werden.

Während sich die Zahngesundheit an den durch den Jugendzahnärztlichen Dienst intensiv betreuten Förderschulen in den letzten fünf Jahren deutlich verbessert hat, ist zwischen Schülern der Regelschule und des Gymnasiums nach wie vor ein deutlicher Unterschied festzustellen. Während Gymnasiasten im Ilm-Kreis im Schnitt noch 65 Prozent naturgesunde Zähne haben, sind es bei den Regelschülern nur 47 Prozent. Demgegenüber sind 25 Prozent der Gebisse der Regelschüler behandlungsbedürftig. Bei den Gymnasiasten ist diese Zahl mit nur fünf Prozent auffällig geringer.

Die Ergebnisse des Jugendzahnärztlichen Dienstes legen nahe, dass Zahngesundheit stark vom sozialen Umfeld abhängt. In allen Altersgruppen sieht die Jugendzahnärztin noch Potential, die Zahngesundheit weiter zu verbessern. Denn: Von den Zielen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Zahngesundheit ist man nicht nur im Ilm-Kreis, sondern in ganz Thüringen noch weit entfernt.

 

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