#1  
Alt 31.05.2012, 17:01
Webmaster Webmaster ist offline
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Erfurt (dr. sproßmann) - Die Thüringer Landesforstanstalt bekennt sich zur nachhaltigen und naturnahen Waldwirtschaft und prüft derzeit alle seitens des NABU Thüringen jüngst erhobenen Vorwürfe zu Holzeinschlägen in FFH-Gebieten.


Zum Artikel: Nachhaltige Waldbewirtschaftung bleibt zentrales Leitbild
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  #2  
Alt 31.05.2012, 17:01
manfred manfred ist offline
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Erhebliche Gefährdung der Erhaltungsziele im FFH-Gebiet:


Als Naturfreund, Wanderer und Kartograph betrachte ich mit zunehmenden Entsetzen Umfang und Intensität der forstwirtschaftlichen Aktivitäten im hinteren Teil des Krahnbergwaldes, der ein Teil des des FFH-Gebiets –„Krahnberg – Kriegberg“ ist. Ich habe diese Veränderungen des Schutzgebietes fotografisch und kartographisch dokumentiert.

Meiner Meinung nach hat vor allem der forstwirtschaftliche Wegebau der letzten 3 Jahre das zu schützende Habitat nachhaltig gestört. Von Bedarfsgerechtigkeit kann hier nicht mehr gesprochen werden.

Als bedarfsgerecht gelten im ebenen oder leicht geneigten Gelände maximal 30 lfm/ha befestigte Wege. Der Privatwald des FFH-Gebiets –„Krahnberg – Kriegberg“ hat eine Fläche von ca. 320 ha. Bedarfsgerecht wären also max. 9.600 lfm Forststraße. Mit Stand Mai 2012 habe ich in dem Gebiet insgesamt 12.450 lfm befestigte Forststraße gemessen und auf 1.200 lfm wurde im Gebiet Steingraben im letzten Winter die umstrittene breite Trasse frei geschlagen. Das ergibt insgesamt 13.640 lfm – das sind 42 % über der Bedarfsgerechtigkeit.

Angestrebt ist beim Wegebau in Thüringen eine Aufhiebsbreite von maximal 12 m für die Wegtrasse und eine Befestigung von maximal 3,5 m Breite. Die zulässigen Maximalwerte wurden im FFH-Gebiet mehrfach überschritten.

Mittlerweile gibt es im FFH-Gebiet auch 4 neue Kahlschläge. Auf dem flächenmäßig größten standen vorher borkenkäfergeschädigten Fichten. Hier wurden wieder Fichten gepflanzt, die später als Weihnachtsbäume geerntet werden sollen. Auf den 3 kleineren abgeholzten Flächen wuchsen aber meiner Kenntnis nach überwiegend Buchen.

Befremden hat bei mir auch die eifrige Rücketätigkeit eines Harvesters am 04. Mai 2012 gegen 17:30 Uhr Uhr im westlichen Bereich des Herrenwegs ausgelöst - viel Lärm in der Schonzeit für brütende Vögel.

Dass die Landesforstanstalt hier eine vorbildliche Praxis der Waldbewirtschaftung unter den anspruchsvollen Bedingungen eines FFH-Gebietes sieht, finde ich sehr befremdlich.

Der Umweltverband NABU hat mit seiner Kritik in allen Punkten Recht.


Manfred Müller, Gotha

Geändert von manfred (31.05.2012 um 17:11 Uhr)
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  #3  
Alt 31.05.2012, 18:01
Nele Nele ist offline
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Ich kann mich dem nur anschließen. Ich denke, dass Naturschutz für die Leitung des TMLFUN keine große Rolle spielt und diese Position auch in den meisten (nicht allen!) Forstämtern vetreten wird. Das TMLFUN war schon unter Sklenar/Baldus ein Landwirtschaftsministerium mit einem Hauch Forst und daran hat sich unter Reinholz/Richwien nichts geändert. Naturschützer werden nach wie vor als idealitische Spinner abgetan, dieser Eindruck wird zumindest immer wieder bestätigt. Was soll man in dieser Situation dann anderes von der Forstverwaltung erwarten dürfen?
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