Achim Aehnlich stellt im Wirtshaus „Finkenstube“ aus

Das Experimentelle, das Traum- und Märchenhafte

Gera (rs) - Zeichnungen, Malerei, gedruckte Kunst, Achim Aehnlichs Interesse gilt ganz besonders der Lithografie, wie die Personal-Ausstellung des Geraer Kunstpädagogen,deutlich erkennen lässt. Entstanden sind die Arbeiten in den vergangenen zwanzig Jahren, darunter Motive aus seinem unmittelbaren Lebenskreis, was auch die Verbundenheit zu seiner Heimatstadt Gera zeigt sowie Arbeiten nach Studienreisen, die ihn unter anderem in den Böhmerwald, die Toskana, an die Côte d'Azur, nach Istrien, Rom, Paris und Mailand führten.

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Dorfansicht in der Toskana

© Bild: Achim Aehnlich

„Sehen“ ist des Malers Arbeit. Ein Irrtum hingegen ist es, anzunehmen, sehen könne jeder, nur mit den Malkünsten hapert es hier und da. Es ist das „innere Auge“, das bestimmt, welche Bedeutung diese oder jene Fläche, Farbe oder Form, die sich auf der Netzhaut abbildet, für den Künstler hat. So ist die Verwandlung des inneren Bildes in ein reales Abbild harte Arbeit und erfordert das Sehen lernen.
Am 19. Januar 1949 in Greiz geboren, entdeckte Achim Aehnlich seine künstlerische Ader während seiner Armeezeit, wo er, wie er selbst sagt, „mehr aus dem Stumpfsinn heraus einen Malzirkel besuchte“. Später ließ er sich von den Greizern Lothar Meinhardt und Peter Zaumseil inspirieren. Seit 1969 arbeitete er in verschiedenen Zirkeln für bildkünstlerisches Gestalten in Weißwasser, Greiz und Gera und war Mitglied im 1990 gegründeten Arbeitskreis „Grünen Punkt“, der von Eberhard Dietsch künstlerisch geleitet wurde.
Mit seiner Studienwahl Kunsterziehung/Deutsch und der späteren Arbeit als Kunstpädagoge gab er das an seine Schüler weiter, was er sich von seinen damaligen Lehrern erhofft hatte, sich für die Kunst zu begeistern und sich über die Kunst selbst zu verwirklichen.
„Ich liebe das Experimentieren, wodurch Kreativität entfaltet wird, wenn sich beim Abbilden Reales in Märchenhaftes, Fantastisches verwandelt und man so den Schülern die Macht des Bildes verdeutlichen kann“, sieht der heute 63-jährige seine Arbeit an und mit den Schülern. So erklärt sich auch, dass er mit seinen ausgestellten Arbeiten die Phantasie des Betrachters anregen, ihn mitnehmen will in die Welt seiner künstlerischen Kreativität.
Nach seinem Studium in Erfurt arbeitete er ab 1978 als Kunstpädagoge im Untermhaus, in der heutigen Regelschule „Otto Dix“, später in Bieblach Ost, wechselte nach dem gesellschaftlichen Umbruch zum Georg-Christoph-Lichtenberg-Gymnasium, dann zum Liebegymnasium und lehrte bis 2010 am Roman-Herzog-Gymnasium in Schmölln. Seit 1994 arbeitete er am Studienseminar für Lehrerbildung, anfangs in Gera, später in Jena, als Fachleiter für Kunsterziehung.
Doch nicht nur mit Skizzenblock und Zeichenstift verbringt heute Achim Aehnlich seinen Vorruhestand. So läuft er viel, fährt Rad, ist gern auf Skiern unterwegs, vor allem in die Alpen, liebt Rock und Blues und spielt Gitarre in einer Band.
Nach der überraschend großen Resonanz, die die Personalausstellung des Ende 2011 verstorbenen Geraer Malers und Grafikers Christian Lüttich fand, sehen sich der Ideengeber, Kunsterzieher Wulf Gruber und der Gastwirt Uwe Kutschmar auf einem guten Weg, das Schaffen auch von bisher weniger bekannten Geraer Künstlern einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Zugleich versteht sich das auch als ein neuerlicher Beitrag, um die vom Verein Ja für Gera konzipierte „Gersche Meile“ weiter zu entwickeln.

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