Gera in Wechsellaune - über 70 Prozent der Geraer mit aktueller OB-Politik nicht zufrieden.

Gera - Ergebnis OB-Wahl

Gera (pt) - Die Überraschung ist perfekt. Dr. Viola Hahn räumt deutlich Stimmen ab. Mit 47,6 Prozent gewinnt sie die erste Wahl und verpasst nur knapp die Entscheidung. Bei 50,1 Prozent hätte sie heute den amtierenden OB abgelöst. Amtsinhaber Dr. Norbert Vornehm kommt auf 29,7 Prozent, Dr. Ulrich Porst auf 19,9 Prozent und Neuling Sebastian Belovari auf 2,8 Prozent. Damit sind gerade einmal 30 Prozent der Geraer mit der Politik des amtierenden OB's Dr. Vornehm zufrieden.

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Dr. Viola Hahn gewinnt ersten Wahldurchgang in Gera mit 17,9 Prozent Vorsprung vor amtsinhaber Dr. Vornehm.

© Foto: Peter Thiele
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Auszählung der Stimmen in Gera.

© Foto: Peter Thiele

Die Überraschung macht sich in den Gesichtern auf der Wahlparty von Frau Dr. Hahn nach den ersten Auszählungen breit. Nach 20 von 91 Stimmbezirken lag sie noch auf 52,7 Prozent der Stimmen. Insgesamt waren die Hälfte der Wahlberichtigten von Gera an den Urnen, um ihre Stimme einem der vier Kandidaten zu geben. "Damit haben mein Team und ich überhaupt nicht gerechnet, aber es ist eine große Freude zu sehen, dass die Geraer das selbe Gefühl haben, dass es einen Wechsel in der Politik der Stadt Gera geben muss. Damit wir wieder positiver über unsere Stadt denken und mit ihr umgehen. Vor allem aber auch das die Menschen und Unternehmen hier eine Politik möchten, die der Stadt Gera dienlich ist und nicht nur einzelnen Leuten.", so eine strahlende Dr. Viola Hahn.

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Statistik der 1. Wahl um den Oberbürgermeisterposten in Gera am 22. April 2012

© Grafik: Th. Landesamt f. Statistik

Sollte bei einer Stichwahl in zwei Wochen tatsächlich Frau Hahn das Rennen machen, wäre sie die erste Oberbürgermeisterin der Geschichte der Stadt Gera. Das will etwas heißen, bei 775 Jahren Stadtgeschichte. Der weit abgeschlagene OB-Kandidat und Politik-Neuling Sebastian Belovari sieht sein Ergebnis ehr nebensächlich, findet aber gut, dass mehr als 1.110 Bürger die Stimme ihm gegeben haben. "Ich werde zunächst überdenken was ich als nächstes mache. Ich werde an meine Studiumsabschluss arbeiten und dann schauen, welche Perspektiven Gera mir dann unter evtuell neuer Flagge bietet. Vielleicht werde ich aktiv bleiben und weiterhin auf die Misstände aufmerksam machen und auch etwas dagegen tun.", erklärte er am Abend.

Die Wahlbeteiligung war nicht schlecht, aber es hätten bei diesem Wetter doch mehr Bürger ihre Stimme für Gera geben können. Bleibt zu hoffen, dass die nächsten zwei Wochen ein fairer Wahlkampf ausgetragen wird und vor allem die Geraer Einwohner noch einmal den Weg an die Wahlurnen finden, um das Schiksal ihrer Stadt mitzubestimmen.

Noch einen Tipp an alle Wähler. Einige 668 Stimmzettel waren ungültig, was daran lag, dass auf etlichen Zetteln Kommentare oder gar Sprüche standen. Ein "Viel Glüch auch weiterhin!" führt zur Ungültigkeit der Stimme.

Details

  • Wahlberechtigte 83.252
  • Wähler 41.330
  • Wahlbeteiligung 49,6 %
  • Ungültige Stimmen 668
  • Gültige Stimmen 40.662

 

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