Gera-Aga (rs) - In der Grundschule Aga gab es in den vergangenen Wochen nur ein einziges Thema: Das bevorstehende Ritterfest. Etliche Tage und Stunden haben die Klassen an Kostümen, Bannern und Tischdekorationen gebastelt. Keiner schloss sich aus, selbst die Lehrerinnen trugen mittelalterliche Kleidung. Edle Ritter, feine Burgfräulein, kampflustige Knappen. In der Agaer Turnhalle und auf dem Schulhof hatte am vergangenen Freitagnachmittag das Mittelalter Einzug gehalten.
Mit einem wahrhaft ritterlichem Programm stimmten die „kleinen Agaer Rittersleut“ ihre Gäste auf das sich anschließende mittelalterlich-ritterliche Treiben im Schulgebäude und dem Schulhof ein.
© Foto: Reinhard SchulzeUnter dem Motto: „Ja, so sein´s wir kleinen Rittersleut“ hatte sich jeder Klasse speziell auf dieses Fest vorbereitet. Die Erstklässler waren neugierig darauf, wie es die alten Rittersleut früher so trieben und die Zweitklässler hefteten sich an die Versen von Ritter Roland und begleiteten ihn durchs Mittelalter. Was man so alles auf einer Ritterburg erleben kann, dem gingen die Drittklässler nach und die Viertklässler widmeten ihre Aufmerksamkeit dem mittelalterlichen Markttreiben.
Anregungen holten sich die Schüler aus Büchern, so spielte das ritterliche Mittelalter schon beim Lesewettbewerb der Grundschule eine große Rolle. Ein besonderes Highlight ward der Besuch auf der Burg Posterstein. Dort angekommen begab man sich auf Suche nach einem Schatz und musste dabei durch das dunkle Kellergewölbe der Burg streifen. „Da waren selbst unsere größten Rabauken ruhig. Nur ein kleiner Lichtschein durchbrach die Dunkelheit und dann überall die Spinnengewebe. Es war schon gruslig“, erzählt Schulleiterin Katrin Dube.
Die Ergebnisse der Projektwoche fügten die „kleinen Agaer Rittersleut“ in ein Programm, welches sie zum Schulfest den zahlreichen Besuchern präsentierten. „Es ist immer wieder erstaunlich, wie vielfältig die Ideen bei den Grundschülern doch sind“, meinte Bernd Kriebitzsch, Fachdienstleiter Bildung und Sport, der mit viel Interesse, Begeisterung und Beifall, das Programm verfolgt.
Die Ergebnisse der Projektwoche, konnten dann von den Besuchern in den Klassenräumen bestaunt werden.
Gekommen waren auch Carina, Tina, Michelle, Sina, Lisa und Sarah. Vor gut sechs Jahren drückten sie noch in der Grundschule Aga die Schulbank. Heute besuchen sie die 10. Klasse des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums. Gekommen waren sie, um Erinnerungen aufzufrischen und um zu schauen, was sich seither verändert hat. „Eigentlich ist alles noch so wie es früher war. Es kommt uns alles etwas kleiner vor. Was aber auch daran liegen kann, dass wir jetzt größer geworden sind“, erzählen sie. Wenn sie die Uhr noch einmal zurückdrehen könnten, würde sie wieder hier in die Agaer Grundschule gehen. „Manchmal vermisst man heute die ländliche Idylle einer solchen Schule“, war da zu hören. Aber auch, dass man „die kleinen Knirpse nicht herumfahren sollte“, was wiederum für den Erhalt der Agaer Grundschule spricht.
Während das Sextett der Ehemaligen ihre alten Klassenräume in Augenschein nehmen und bei Kaffee und leckerem Kuchen das Gespräch mit ihren ehemaligen Lehrern suchten, herrschte ein reges mittelalterliches Treiben auf dem Schulhof, welches durch die künftigen Erzieher der Klasse 11/1 von der Staatlich Berufsbildenden Schule Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik in Bieblach-Ost gestaltet wurde. Und wie es zu einem richtigen Ritterfest gehört, gab es auch ritterliches Essen und Getränke.
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