Gera (pt) - „Ein historischer Tag für Aga, die Region und die Menschen, die für dieses Projekt arbeiten.", so Bernd Koop vom Lebenshilfe e.V.. Er eröffnete zusammen mit der überglücklichen Betriebsleiterin, Ideengeberin und Gartenbauingeneurin Carolin Ullrich unter den Augen der Thüringer und regionalen Politikprominenz, der Presse und viele Gästen, heute das größte und modernste Bio-Gewächshaus in Europa. Die neue Marke „Biohof Aga", soll jetzt überall beworben werden.
Betriebsleiterin und Dipl. Gartenbauingeneurin Carolin Ullrich bekommt vom niederländischen Gewächshausbauer Pieter van Berchum (Firma Gakon) den symbolischen Schlüssel überreicht.
© Peter ThieleZirka 250 Gäste waren zur feierlichen Schlüsselübergabe nach Aga gekommen. So überbrachten zum Beispiel der Staatssekretär für Land- und Forstwirtschaft Roland Richwien, die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg, Geras Oberbürgermeister Norbert Vornehm und die Leiterin des Finanzamtes Gera ihre Glückwünsche.
Zu Beginn seiner Rede hatte Bernd Koop in Richtung der Geraer Politiker auch gleich auf den Lippen, „Ich sehe gerade sehr viele Geraer Stadträte. Herr Vornehm könnte den für heute vorgesehenen Haushaltsbeschluss von Gera, glatt hierher verlegen".
„Mit den Umweltproblemen die weltweit alle Länder betreffen, wie Klimawandel, steigende Weltbevölkerung und Umweltverschmutzung, ist das Bio-Projekt in Aga zukunftsweisend. Landwirtschaft darf für Menschen und Natur keine Bedrohung darstellen.
Mit dem Bio-Gewächshaus Aga erweisen wir unserem Land Thüringen einen zweifachen Dienst. Zum einen fördern wir die ökologische Landwirtschaft und schlagen einen zukunftsweisenden Weg in der Nahrungsmittelherstellung ein. Zum anderen setzen wir ein kluges Konzept der Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen um.", so Birgit Diezel Präsidentin des Thüringer Landtags und Vorsitzende der Lebenshilfe e.V..
Wichtig war besonders die Energiesparende Konzeption und dass wir hier bei allem was wir machen einen Kreislauf erstellen. Gemüseabfälle werden in der im August fertig gestellten Bio-Gasanlage weiterverwertet. Daraus entsteht Strom und Wärme. Das ließe sich an vielen weiteren Prozessen im Gewächshaus darstellen, erklärte Betriebsleiterin Carolin Ullrich.
Für die Behinderten ist die Arbeit im Gewächshaus mehr als nur Broterwerb. Die Arbeit schafft soziale Bindung und bringt Bestätigung für die geleistete Arbeit. Bernd Koop, 1. Vorsitzender des Ortsvereins der Lebenshilfe betont mehrmals auch, dass die Behinderten nicht ausgebeutet werden. Die Regelung sieht vor, dass die Löhne an den Umsatz gekoppelt sind. Oftmals kommen aber Unternehmen einfach her und drücken die Preise von den hergestellten Produkten auf billigstes Niveau, vergleichbar mit dem aus Asien. Es muss ein Umdenken stattfinden.
Schlüsselübergabe Bio Gewächshaus Aga
© Peter Thiele
Das Bio-Seehotel aus Zeulenroda ist Vorreiter, setzt auf die Bioprodukte und wird mit dem Gemüse aus Aga die Speisen zubreiten. Auch soll es später einen Stand des Bio-Gewächshauses auf dem Geraer Markt geben. „Nur wenn das Gemüse in der Region abgenommen wird, also keine langen Anfahrtswege hinter sich bringen muss, damit es an den Endverbraucher kommt und damit kein Benzin verfahren wird, sind wir ökologisch auf dem richtigen Weg.", so Ralf Rauch, Präsident des Lebenshilfe Vereins in Gera. Dieser warb auch gleich in seiner weiteren Funktion als Vertreter der Wasserversorgung für die Bio-Produkte aus Aga. „Sparen sie sich ab 2012 das Schleppen von Wasserflaschen und kaufen sie sich Tomaten aus Aga. Das Bio-Gewächshaus wird dann mit dem besten Trinkwasser aus der Leibistalsperre versorgt und steckt dann in den Bio-Tomaten"
Den Schlüssel bekam Carolin Ullrich dann von Pieter van Berchum überreicht. Der Niederländer ist mit seiner Firma Gakon für den Bau des Gewächshauses verantwortlich.
Das Gewächshaus und alle Mitarbeiter wurde im letzten Akt dann von Gabriele Schaller, der Superintendentin des evang. Kirchenkreises Gera und dem Pfarren von Groß-Aga, Andreas Schaller gesegnet.
Fakten Biohof Aga:
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