Erster Bauabschnitt am künftigen Umspannwerk abgeschloss

Neues Schalthaus eingeweiht

Gera. Mit dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes ging kürzlich das neue Mittelspannungsschalthaus in Gera-Zwötzen in Betrieb. Bernd Petzold, Geschäftsführer der Energieversorgung Gera GmbH (EGG), sowie die Geschäftsführer des örtlichen Stromnetzbetreibers GeraNetz GmbH (GNG), Stephan Böhme und Dieter Poser, nahmen die Einweihung in Anwesenheit von Margit Jung, Aufsichtsratsvorsitzende der EGG, und Dr. Frank Büchner, Leiter Siemens Deutschland Region Ost, vor.

Damit wurde die erste von zwei Ausbaustufen an dem Objekt an der Ecke Ruckdeschelstraße/Zwötzener Straße planmäßig abgeschlossen. Die Unternehmen investierten rund fünf Millionen Euro in den Neubau, dessen Dach und Fassade zusätzlich mit Solarmodulen verkleidet sind. Seit Dezember 2009 produziert die Photovoltaikanlage emissionslosen Strom aus Sonnenlicht. Ziel ist es, die Anlage bis Mitte 2012 zu einem Umspannwerk zu entwickeln, das den mit 110.000 (110 kV) Volt Spannung ankommenden Strom direkt auf 10.000 Volt (10 kV) umspannt. Das derzeit übliche Umspannen von 110 kV auf 30 kV und erst dann auf 10 kV würde entfallen, Netzverluste sowie Wartungs- und Betriebskostenaufwand deutlich sinken, erläuterte EGG-Geschäftsführer Bernd Petzold zur Eröffnung.

Im jetzt planmäßig abgeschlossenen ersten Bauabschnitt wurde am Standort des alten Umspannwerkes ein neues Gebäude errichtet und mit einer modernen Leistungsschaltanlage ausgestattet, die den Strom mit einer Spannung von 10 kV an die Trafohäuschen in Zwötzen und Lusan verteilt. Die im benachbarten Altbau befindliche alte 30 kV-Schaltanlage sowie die Transformatoren zum Umspannen von 30 auf 10 kV werden zunächst weiter verwendet. Das neue Schalthaus bietet beste Voraussetzungen, um im zweiten Bauabschnitt zu einem modernen Umspannwerk entwickelt zu werden. So ist die Aufstellung von zwei Großtransformatoren und der Einbau einer weiteren Schaltanlage geplant, um Strom direkt von 110 kV-Hochspannung auf 10 kV- bzw. 20 kV Mittelspannung umspannen und auf die neue 20-kV-Schaltanlage leiten zu können. Die dafür nötigen Arbeiten sollen nächstes Jahr beginnen. Schon in diesem Herbst sind Vorarbeiten geplant, um im westlichen Teil des Grundstückes Baufreiheit für die Transformatoren zu schaffen.

Das Umspannwerk Gera-Süd ist der letzte noch fehlende Mosaikstein, um ein ehrgeiziges Projekt abzuschließen: Den Wegfall der 30 kV-Mittelspannungsebene im örtlichen Stromverteilnetz zugunsten der bundesweit üblichen Netzspannung von 110 kV. Damit muss der Strom zwischen Kraftwerk und heimischer Steckdose einmal weniger umgespannt werden, was Netzverluste und Betriebskosten senkt und letztlich für mehr Versorgungssicherheit bei den Kunden sorgt. Seit 1999 arbeitet die EGG gemeinsam mit der GNG durch gezielte Investitionen auf dieses große Ziel hin. Es wurden umfangreiche Kabeltrassen für das 110 kV-Netz verlegt und bereits zwei neue Umspannwerke errichtet und angeschlossen: in Gera-Nord (1995 bis 2007) und in Gera-Mitte (1996 bis 2005). Auf einem Teilabschnitt des Netzes zwischen Nord und Mitte konnte so bereits 2008 die 30 kV-Ebene ersetzt werden. Seit 2007 bereits laufen die Planungen für das dritte und letzte Umspannwerk im Süden der Stadt. Bis Mitte 2013 soll das Gesamtprojekt abgeschlossen sein: Dann werden EGG und GNG drei neue Umspannwerke gebaut, insgesamt 12 Kilometer 110 kV-Kabel und rund 90 Kilometer Mittelspannungskabel neu verlegt und neun technisch und baulich verschlissene 30 kV-Umspannwerke außer Betrieb genommen haben. Insgesamt 38

Millionen Euro investiert das Unternehmen in mehr Effizienz und mehr Versorgungssicherheit für seine Kunden und die Netzanschlussnehmer der GNG.

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