Ankara/Suhl (hf) - Sie umarmten, sie herzten, sie küssten sich. Sie lagen auf dem Parkett der modernen Sporthalle in Ankara. Sie, die Damen des VfB 91 Suhl hatten auswärts gegen den Favoriten, Iller Bankasi Ankara, 3:1 (25:19, 29:31, 25:22 und 25:16) das erste Viertelfinalspiel um den Europapokal (Challenge-Cup) gewonnen. Mehr als nur eine Überraschung.
Mitten einer in den letzten Wochen stressigen Punktspielsaison. Von Ort zu Ort reisend, jede Woche ein Heim- plus einem Auswärtsspiel auf Grund der Begegnungen im Europapokal durchführend. In den letzten fünf Wochen kamen die Flüge zu den Auswärtsspielen im Europapokal dazu. Kaum kamen die Mädels von Trainer Felix Koslowski dazu, einen normalen Rhythmus des Tagesablaufs zu schaffen. Und nun diese Sensation.
Unmittelbar vorausgegangen war ein fast dreistündiger Flug von München nach Ankara. Davor lag die fast vierstündige Fahrt von Suhl nach München.
Das alles waren Belastungen, die die Türkinnen nun zum Rückspiel am 29. Februar in der „Wolfsgrube" noch zu bewältigen haben. Die Suhlerinnen haben dieselben hinter sich.
Als die Mädels um die Kapitänin Claudia Steger diese Belastungen hinter sich gebracht hatten, wäre es natürlich gewesen, Formschwankungen im Spiel zu unterliegen. Anders die als Gäste auftretenden Suhlerinnen. Sie gewannen den ersten Satz mit 25:19, schufen sich damit eine psychologisch günstige Ausgangsposition. Zwar ging der zweite Satz mit 29:31 verloren, doch den Mut, die Kraft zum „Gegenschlag" verloren die Tschechinnen Vendula Merkova und Martina Utla, die Serbin Suzana Cebic, die Weißrussin Anna Kalinovskaja, die Niederländerin Dijkema und die US-Amerikanerin Sue Jacobi nicht. Im Gegenteil. Mit fortlaufender Zeit dominierten die Suhlerinnen, die die weiteren beiden Sätze mit 25:22 und 25:16 gewannen.
Noch ist erst die erste Hälfte der beiden Spiele mit dem Bankasi-Team aus Ankara beendet. Doch die Ausgangsposition hat sich nun entscheidend verändert. Jetzt muss ein Sieg auch im zweiten Spiel her, sonst droht, wie im schweizerischen Köniz, ein zusätzlicher „Goldener" Satz. Die Fans des Volleyballsports rund um Suhl sind aufgerufen, die „Wolfsgrube" am Mittwoch der nächsten Woche zu „stürmen" und ihre Mannschaft zum zweiten Siege innerhalb der beiden Spiele im Viertelfinale zu „führen".
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