Hildburghausen (wotan/Günther) - Am 08. Mai 2012, dem 67. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, gedachten 25 Bürger auf dem Hildburghäuser Hauptfriedhof der Opfer des Zweiten Weltkrieges und des faschistischen Terrors.
Unter den Teilnehmern waren neben Bürgermeister Steffen Harzer und weiteren Vertretern der Stadtverwaltung auch Stadträte der Linken sowie die Kreisräte Rainer Juhrsch (Linke.) und Astrid Rühle (Grüne).
Vor dem mit einem Blumengebinde geschmückten Obelisken für die alliierten Kriegsopfer sprach Professor Bernhard Kirfel über das eigene Erleben des Kriegsendes 1945. Er hinterfragte die vielschichtige Bedeutung des Begriffs „Befreiung“ und den sehr unterschiedlichen Umgang damit. Zentraler Ausgangspunkt der Erinnerungskultur ist für ihn die Rede des damaligen Bundespräsidenten Weizsäcker von 1985, welcher hatte als erstes bundesdeutsches Staatsoberhaupt den 8. Mai einen Tag der Befreiung genannt hatte.
Professor Kirfel hatte Teile seine Kindheit in Ollendorf bei Weimar verbracht. Tief eingeprägt hatte sich ihm vor allem die Befreiung von im Krieg allgegenwärtigen Ängsten, zum Beispiel vor andauernden Bombardements.
Pfarrer Stefan Götting von der katholischen Kirchgemeinde in Hildburghausen, schilderte in seinen anschließenden Ausführungen die Gedanken eines Nachgeborenen, der Krieg und Faschismus nicht mehr aus eigenem Erleben kennt.
Karl-Heinz Roß erinnerte abschließend daran, dass nicht alle Hildburghäuser die Befreiung vom Faschismus 1945 erlebten. So begann die Deportation von Hildburghäuser Juden in die Vernichtungslager auch an einem 8. Mai, von denen keiner nach Hildburghausen zurückkehrte.
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