Suhl (wotan) - Vierzehn ehemalige Schlecker-Mitarbeiterinnen aus Südthüringen trafen sich Mitte Juli 2012 zu einem Orientierungsgespräch für Existenzgründerinnen bei der IHK Suhl mit der Motivation "Wir wollen am Standort bleiben und damit einen Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität im ländlichen Raum leisten".
Gemeinsam mit dem Thüringer Wirtschaftsministerium hat die IHK Südthüringen im Projekt des Beratungsnetzwerkes Gründen und Wachsen in Thüringen (GWT) ein Konzept entwickelt, das als Fahrplan in die Selbstständigkeit auch als Alternative zur Arbeitslosigkeit genutzt werden kann“, unterstreicht Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas das Anliegen der IHK.
In der geplanten Übernahme früherer Schlecker-Filialen sowie der Erhaltung und einer möglichen Erweiterung des bisherigen Drogeriemarkt-Angebotes sehen einige Frauen ihre Chance für eine neue berufliche Perspektive. Neben wirtschaftlichen Aspekten spielt vor allem auch die gesellschaftliche Verantwortung eine wichtige Rolle in den Überlegungen. Den Frauen ist es wichtig, ihre Existenz eigenverantwortlich zu sichern, Arbeitsplätze zu schaffen, den Standort zu bewahren und vor allem für ihre Kunden da zu sein.
Die Teilnehmerinnen informierten sich über die Voraussetzungen und Bedingungen für den Weg in die Selbstständigkeit: Wie muss ein Unternehmenskonzept aufgebaut werden, welche Chancen und Risiken bestehen, von wem bekomme ich Unterstützung oder an wen wende ich mich, wenn ich das Inventar der bisherigen Schlecker-Filiale übernehmen möchte?
Insbesondere die Fördermöglichkeiten und finanzielle Hilfen spielten in der angeregten Diskussion eine große Rolle, verfügen die potenziellen Gründerinnen doch selten über größere Ersparnisse, da sie meist nur in Teilzeit beschäftigt waren.
Für die nächsten Schritte von der Planung bis zur Umsetzung können die Gründungsinteressierten auf das breite Angebot des gemeinsamen Beratungsnetzwerks der Thüringer Wirtschaftskammern, GWT, in enger Vernetzung mit weiteren Gründungsinitiativen einschließlich auf die Unterstützung des Thüringer Wirtschaftsministeriums vertrauen.
Zuversichtlich resümierte die ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin Doreen Krieg: „Ich plane selbst, meine ehemalige Filiale in Meiningen zu übernehmen und möchte außerdem noch mehr ehemalige Kolleginnen auch in anderen Regionen Thüringens Mut machen, diesen Weg als Möglichkeit und Chance der Erwerbstätigkeit in Betracht zu ziehen.“
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