10 Jahre TrauerBistro Höxter

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Die Begleiterinnen im TrauerBistro: Sonja Daldrup, Ingrid Sicking, Heike Molitor, Helene Schulze und Lucie Zimmermann. Nicht im Bild sind Bianca Weber und Birgit Konermann.

© Foto: privat

Höxter (ozm) - „Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie es im TrauerBistro ist und wie das überhaupt helfen soll - und jetzt bin ich so froh, dass ich hergekommen bin!“
Diesen und ähnliche Sätze hören die Begleiterinnen des TrauerBistro Höxter immer wieder –
auch dass die Gäste bei aller Trauer Freude an der liebevollen Gestaltung des Raumes und des Tisches haben. So durften die Begleiterinnen in all den Jahren erfahren, dass ihr Konzept aufgeht: Eine Oase zu schaffen, in der Trauernde sich aufgehoben, verstanden und liebevoll umsorgt fühlen können.
10 Jahre TrauerBistro - das beinhaltet für die Initiatorinnen Heike Molitor und Sonja Daldrup mit Team das Ausrichten von 121 Abenden und die Begleitung von insgesamt 140 Menschen, die nach einem Verlust den Weg zu den monatlichen Treffen in der alten Dechanei gefunden haben.
Dorthin sind Menschen in Trauer eingeladen, im geschützten Raum anderen in ähnlicher Lebenssituation zu begegnen, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Die meisten Gäste empfinden es als Wohltat, dass sie hier ehrlich aussprechen dürfen, was sie bewegt, dass sie weinen und lachen können, ohne deshalb von Anderen beurteilt zu werden. Sich mitteilen oder auch erstmal nur dabei sein und zuhören – in der wohlwollenden Atmosphäre des TrauerBistro kann jeder so sein, wie die eigene Situation es gerade zulässt.
Trauer ist keine Krankheit, aber sie kann krank machen! Es geht darum, seiner Trauer im anstrengenden Alltag Raum zu geben. Denn die Erfahrung lehrt, dass es für Leib und Seele
notwendig ist, Trauer nicht zu umgehen, sondern hindurchzugehen und so mit der veränderten Lebenslage umgehen zu lernen. Unterstützt von erfahrenen Begleiterinnen gelingt es vielen Menschen besser, sich mit ihren oft bedrängenden Gefühlen der Trauer auseinanderzusetzen. Damit die Gäste möglichst etwas in ihren Alltag mitnehmen, werden hilfreiche Informationen zum Wesen der Trauer, Texte und Impulse vermittelt.
Trauer erfasst in der Regel den gesamten Organismus, also Seele, Geist und Körper. Viele Trauernde haben keinen Appetit, leiden auch darunter, nach dem Tod des Partners alleine am Tisch zu sitzen – deshalb wird für jedes Treffen der Raum liebevoll gestaltet, passend zum Thema, welches fast immer auch der Jahreszeit entspricht. Am gedeckten Tisch werden Snacks und Getränke angeboten, und bei zwanglosem Essen genießen die Gäste Gemeinschaft, Miteinander und anregende Gespräche. So kann das TrauerBistro zu einer Insel für Trauernde werden, wo sie sich einmal im Monat innerlich und äußerlich zurücklehnen und Kraft schöpfen können. Dass zahlreiche Trauernde über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren regelmäßig zu den Treffen kommen, zeigt, dass man sich im TrauerBistro Höxter wohl und aufgehoben fühlen kann.
Sonja Daldrup, Heike Molitor und ihr Team (Helene Schulze, Lucie Zimmermann, Ingrid Sicking, Birgit Konermann, Bianca Weber) begingen das Jubiläum im Kreis ihrer Gäste mit einem kurzen Rückblick und einem kleinen Umtrunk.
Das TrauerBistro (in Trägerschaft des Ambulanten Hospiz-& Palliativ-Beratungsdienstes im Kreis Höxter) findet regulär am ersten Dienstag jeden Monats von 19 bis 21 Uhr in der Dechanei, Marktstraße 21 statt. Weitere Termine für 2020: 04.02 / 03.03 / 07.04 / 05.05 / 02.06 / 07.07 / 04.08 / 01.09 / 06.10 / 03.11 / 01.12.. Das Angebot ist kostenlos und unverbindlich und richtet sich an alle Menschen in Trauer, unabhängig von Nationalität, Religion oder Konfession.

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