Diesjährige Ernte zeichnet sich durch eine enorm hohe Schwankungsbreite aus, doch die Preise sind gut.
© Foto: privatHöxter (ozm) - Die Landwirte blicken auf ein durchwachsenes Erntejahr. „Die diesjährige Ernte zeichnet sich durch eine enorm hohe Schwankungsbreite aus, doch die Preise sind gut", resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter Antonius Tillmann zum bevorstehenden Erntedankfest. Die Witterung sei schwierig gewesen: Auf einen langen Winter folgte die extreme Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer und danach eine verregnete Erntezeit. „Doch trotz dieser Beeinträchtigungen können wir in unserer Region zufrieden sein", so der Vorsitzende, „wir sind von Naturkatastrophen und von Missernten verschont geblieben." Anders sehe es in Nord- und Nordostdeutschland aus. Verursacht durch tagelangen Dauerregen gab es dort erhebliche Ernteeinbußen bis hin zu Totalausfällen.
Den Beginn der sommerlichen Ernte macht die Gerste. Sie konnte bei weitgehend guter Witterung eingebracht werden. „Sie hat im Vergleich zu den anderen Getreidearten am meisten unter der Dürre im Frühling gelitten", unterstreicht Tillmann. Die Erträge liegen im knappen Durchschnitt. Sie fallen allerdings regional sehr unterschiedlich aus. Auf guten Böden sprechen die Landwirte von guten Ergebnissen, auf schwächeren Standorten sind sie jedoch unterdurchschnittlich.
Noch ist nicht alles unter Dach und Fach: Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben werden aktuell geerntet. Bei den Kartoffeln wird eine durchschnittliche Ernte erwartet. Die Knollen fallen sehr dick aus. Der Grund ist die Trockenheit im Frühjahr. Sie führte dazu, dass die Pflanzen nur wenig Früchte ansetzten, die zu Übergrößen heranwuchsen. „Das ist zwar gut für die Pommesfans", erklärt Tillmann. Aus den großen Kartoffeln könnten besonders lange Pommes hergestellt werden, „aber sie lassen sich nur schlecht vermarkten und verarbeiten." Beim Mais wird in den meisten Fällen mit einer guten Ernte gerechnet. Nach einem schwierigen Start im trockenen Frühling konnten sich die Maispflanzen dann aufgrund des nassen Sommers gut entwickeln. „Das hat zu einer Entspannung der Lage der Rindviehbetriebe geführt", so Tillmann. Diese mussten im Frühjahr durch die extreme Trockenheit um die Grundfutter-Versorgung ihrer Tiere fürchten. Die Wiesen und Weiden erholten sich aber aufgrund des verregneten Sommers wieder gut. Bei den Zuckerrüben rechnen die Landwirte mit einer überdurchschnittlichen Ernte. Da die Erntemenge hoch ausfällt, wurde der Kampagnenstart sogar vorgezogen. Der Grund: Die knappe Versorgungslage am europäischen Zuckermarkt und eine erwartete hohe Rübenmenge.
Die Preisentwicklung ist in diesem Jahr für Ackerbauern positiv. „Die Preise für Getreide und Raps haben sich auf gutem Niveau stabilisiert. „Das ist positiv für den Ackerbauern, doch in der Tierhaltung fallen die hohen Futterkosten ins Gewicht", beschreibt der Vorsitzende. Die anhaltend hohen Futter- und Energiekosten bringen die Schweinemäster, vor allem die Ferkelerzeuger, in eine wirtschaftlich sehr schwierigen Lage. Insbesondere die Sauenhalter stehen vor ernsten Problemen. „Die Verkaufserlöse reichen nicht zur Deckung der Kosten – geschweige denn für die Finanzierung der Stallplätze oder gar für Investitionen", erklärt der Vorsitzende. Doch gerade sie seien gefordert: Ab 1.1.2013 sei die Gruppenhaltung für tragende Sauen Pflicht. Tillmann: „Man kann die Standards für mehr Umwelt- und Tierschutz nicht ständig erhöhen, andererseits den Bauern weniger für ihre Schweine bezahlen." Gerade kleinere Betriebe könnten diese Investitionen nicht leisten. Bei den Milchviehhalter zeigt sich hingegen eine erfreuliche Entwicklung der Erlöse. Die Aussichten am Markt seien stabil. „Das war aber auch bitter nötig", unterstreicht der Vorsitzende. Er hebt abschließend hervor, wie wichtig der grüne Berufszweig für die Lösung der großen Herausforderungen in den Bereichen Welternährung, Energieversorgung und Klimawandel sei. „Doch unsere Hauptaufgabe bleibt nach wie vor die Sicherstellung der Ernährung ", bekräftigt der Vorsitzende.
Noch etwas: Am Sonntag, dem 9. Oktober, findet in der Stadthalle Warburg der nunmehr 23. Erntedankmarkt von 9.30 bis 18 Uhr statt. Aussteller präsentieren sich auf dem Markt, der unter dem Motto „Nutztierhaltung im Kreis Höxter - so leben unsere Tiere" steht.
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