Nie alleine in den Wald gehen

Forstamt mahnt zu vorsichtiger Schadholzernte

Finsterbergen (h.s) - Mit aktuell 7500 Festmeter Schneebruch gehört das Thüringer Forstamt Finsterbergen zu den durch das Naturereignis gering geschädigten Forstbetrieben.

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Schadholz aufzuarbeiten erfordert größte Vorsicht: Auch dieser Fichtenstamm kann plötzlich beim Entasten vom Stubben abrutschen und den Sägeführer unter sich begraben. © Forstamt Finsterbergen

Allerdings liegen die unter Schneelast gebrochenen Fichtenteile zerstreut in den Hochlagen des Amtsbezirkes. Bis Frühjahr sollten diese entfernt sein, da ab Mai der Fichtenborkenkäfer diese geschwächten Fichten befallen, sich dort massiv vermehren und umstehende gesunde Bäume zum Absterben bringen könnte. Deshalb wird das Schadholz in den Wäldern zunehmend von emsig arbeitenden Brennholzwerbern kostengünstig aufgearbeitet. Häufiger zu einem hohen Preis. Zunehmend mehren sich Meldungen über schwere Arbeitsunfälle bei der Aufarbeitung von Schadholz durch Laien. „Speziell Sturm- aber auch Schneebruchholz erfordert viel Erfahrung bei der Aufarbeitung“, so der Leiter des Forstamtes Finsterbergen, Forstdirektor Dr. Horst Sproßmann. Bruchholz ist oft genug instabil, liegt abseits der Wege in Mitten des Bestands oder hängt gar noch als Bruchstück in der Krone fest. Stehende Fichten mit zur Hälfte gebrochener Krone stürzen beim Umsägen bisweilen nicht voraussehbar entgegen der gewünschten Fällrichtung. Oder gebrochene und in der Krone verkantete Astteile stürzen plötzlich herab. Deshalb empfiehlt Forstamtsleiter Sproßmann alle Waldbesitzer und Brennholzwerber bei der Aufarbeitung dieses Schadholzes größte Vorsicht walten zu lassen. „Keinesfalls sollte in Alleinarbeit Schadholz geerntet werden“, so Sproßmann weiter. Ein Verunfallter kann sich mitten im Wald oft nicht allein helfen. Auch ist in manchen Tälern der Mobilfunkempfang unterbrochen. Wer die professionelle Holzernte lernen will sollte deshalb qualifizierte mehrtägige Fortbildungskurse besuchen. Diese bietet das Forstamt Finsterbergen in Zusammenarbeit mit dem Waldbesitzerverband für Thüringen e. V. regelmäßig an. Aber unabhängig hiervon sollten Brennholzwerber grundsätzlich zwei Empfehlungen des Forstexperten folgen: Nie alleine mit der Motorsäge in den Wald! Und nie ohne vollständige persönliche Schutzausrüstung einschließlich Notfallverbandszeug!

 

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