Northeim/Hardegsen (lpd/usj) - Für zunächst über 50 Haushalte aus der Hardegser Ortschaft Asche wird der eigene Heizkessel künftig der Vergangenheit angehören, da sie sich für den Anschluss an das Nahwärmenetz entschieden haben.
Vor der Biogasanlage in Asche v.l.n.r.: Landrat Michael Wickmann, Caroline Werner, Ansprechpartnerin für Bioenergieprojekte bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises Northeim, Harald Block, Wilhelm Windmann, Birgit Rach, Karl Krull, Walter Klinge und Dirk Will - alle von der örtlichen Initiative in Asche.
© lpdBevor es soweit ist, müssen im Ort allerdings noch etwa 2,6 Kilometer isolierte Rohrleitungen verlegt werden, damit das etwa 70 Grad heiße Wasser auch in die einzelnen Haushalte kommt. Möglich wird die relativ geringe Vorlauftemperatur nach Aussagen der Verantwortlichen von der Bioenergiedorf Asche GbR durch den Verzicht auf Wärmetauscher in den einzelnen Haushalten. Dadurch wird das System noch effektiver, denn Verluste durch den Wärmetauscher treten nicht auf.
Produziert wird die Wärme in der Biogasanlage der Familie Klinge, die seit einiger Zeit bereits Strom produziert. Die dort produzierte Wärme soll für 75 % des Heizwärmebedarfs ausreichen und damit die so genannte Grundlast decken. Den restlichen Wärmebedarf wird eine Anlage zur Verbrennung von Hackschnitzeln liefern, die in unmittelbarer Nähe der Biogasanlage entstehen soll.
Landrat Michael Wickmann hat sich jetzt vor Ort ein Bild von dem Stand der Planungen verschafft. Hintergrund für den Besuch war, dass der Landkreis Northeim die von der GbR beauftragte Machbarkeitsstudie bezuschusst hatte.
Bevor noch im Winter 2011/2012 mit dem Bau der Holzhackschnitzelanlage und im Frühjahr 2012 mit den Bau des Leitungsnetzes begonnen werden kann, steht aktuell die Gründung der Genossenschaft auf der Tagesordnung.
"Wir können zwar schon jetzt wirtschaftlich Wärme produzieren und fangen deshalb auch an, gleichzeitig hoffen wir, dass sich noch der eine oder andere Haushalt für einen Anschluss an das Nahwärmenetz entscheidet", so Harald Block, der in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass beinahe alle der etwa 100 Haushalte der Ortschaft Asche ohne nennenswerte Erweiterung des Nahwärmenetzes angeschlossen werden könnten.
Landrat Michael Wickmann zeigte sich beeindruckt von dem Engagement vor Ort. "Wenn ich höre, dass es im Ort Zuzüge gibt, weil sich Familien bewusst für die Deckung des Heizenergiebedarfs aus Bioenergie entscheiden, dann kann man nur resümieren, dass hier der richtige Weg eingeschlagen wurde, den wir als Landkreis gerne unterstützen", so Landrat Michael Wickmann.
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