Bürgel (sho) - Das Keramik-Museum in Bürgel bei Jena widmet sich in einer Sonderausstellung der Keramikerin Ulli Wittich-Großkurth und ihrem Lebenswerk. Die Schau gibt einen Überblick über ihr sieben Jahrzehnte umfassendes Schaffen.
Retrospektive-Schau: Das Keramik-Museum Bürgel präsentiert bis zum 27. Februar Werke der Keramikerin Ulli Wittich-Großkurth.
© Foto: sho
Die Präsentation reicht von den schlichten, hell glasierten Gefäßen der frühen Jenaer Jahre über die Ritz- und Kerbdekore bis hin zu den immer plastischer werdenden Arbeiten der letzten beiden Jahrzehnte. „Wittich-Großkurth kann auf ein reiches, äußerst vielgestaltiges Schaffen zurückschauen", erklärt der Leiter des Keramik-Museums Bürgel Ulf Häder, „sie hat sich internationale Anerkennung erworben, nicht zuletzt auf Grund ihres ideenreichen, schier unermüdlichen Suchens nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Die Retrospektiv-Ausstellung versucht die Bandbreite dieses Werkes abzubilden."
Wittich-Großkurth gehört zu den bedeutendsten Keramikerinnen Thüringens und der ganzen DDR. Die heute 78-Jährige hat bei Paul und Walter Gebauer in Bürgel ihre Töpferlehre absolviert. 1957 gründete sie in Jena ihre eigene Werkstatt, die heute ihr Sohn Lorenz weiterführt.
Wittich-Großkurths Kennzeichen sind helle, mit kleinen blauen Blüten besetzte Gefäße und Mangan-Kupfer-Glasuren, mit denen sie einen Effekt erzielt, der an Bronzeskulpturen erinnert. Ihr Schaffen seit 1973 bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung. In diesem Jahr löste die Teilnahme an einem Symposium im ungarischen Siklos eine Fülle neuer Gestaltungsweisen aus. Das etwas gröbere Böttgersteinzeug gehört hier ebenso hin wie die feinen Porzellanarbeiten zu Beginn der achtziger Jahre. „Wittich-Großkurth probiert Vieles aus", erzählt Häder, „sie formt Porzellan ebenso wie Ton oder legt Wickeldekore auf Böttgersteinzeug. Ihre Experimentierfreudigkeit fand einen besonderen Ausdruck in den Steinzeugen, die sie im eigenen Freifeuerofen brannte."
Ein Highlight der Ausstellung sind die großformatigen Ausstattungen und Raumdekorationen, die Wittich-Großkurth für das Schloss Molsdorf anfertigte. „Sie waren unter anderem für das Foyer und den Besucheraufgang gedacht, wurden aber nie eingebaut. 20 Jahre waren die Installationen in einem Magazin verstaut. Wir wollen sie jetzt wieder in die Öffentlichkeit bringen." Bis 27. Februar ist die Retrospektive-Schau zu sehen.
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