Calden/Grebenstein (hak) - Schüler der Heinrich-Grupe-Schule warteten schon ungeduldig und voller Vorfreude auf ihre Freunde aus Ràckeve, die um 19 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus Meimbressen ankommen sollten. Mit einer Stunde Verspätung hatten die 24 ungarischen Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrerinnen sowie der bisherige Schulleiter der Fürst Árpad-Schule, Janos Solti, ihr Ziel in der Partnerstadt Calden erreicht.
Die Reise fand genau in der „Europawoche" nach intensiver Vorbereitung der Schulklasse mit Elternschaft über die Lehrerin Birgit Russ-Giloy und den ehemaligen Konrektor der HGS, Wolfram Meibaum, statt. Gleich am nächsten Morgen stand der Besuch der Heinrich-Grupe-Schule in Grebenstein auf dem Programm. Dort beschäftigten sich die ungarischen und deutschen Schüler gemeinsam mit dem Projekt Europa. Sie erfuhren auf spielerische Art, welches europäische Land zu welcher Hauptstadt gehört. Eine weitere Aufgabe war, über die Europäische Union ein Informationsplakat zu erstellen. Die vom „Landgrafen Bernhard von Calden" geführte Besichtigung des Schlossparks mit der Möglichkeit zur Bewunderung der Zeit des Rokoko und der „Schlacht bei Wilhelmsthal" in Diorahmen im Schloss diente ebenfalls der konkreten Erfahrung der schwierigen Völkerverständigung vor dem in heutiger Zeit vereinten Europa.
Die ungarischen und deutschen Schüler hatten in dieser Woche ein umfang- und abwechslungsreiches Programm. Sprachschwierigkeiten gab es kaum. Unterhalten haben sich die Schülerinnen und Schüler auf deutsch oder auch auf englisch. Nach getaner Arbeit ging es bei sonnigem Wetter ins Waldschwimmbad nach Calden.
Die Baustelle Flughafen Calden wurde besichtigt und die Erdarbeiten mit den riesigen Lkws bestaunt. Im Vergleich dazu konnten sie dann den An- und Abflug der riesigen Flugzeuge (auch A380) am Flughafen Frankfurt auf einer Bustour hautnah miterleben. Von der kleinen Gemeinde Calden in die Großstadt Frankfurt, vom Flugplatz Calden zum Flughafen Frankfurt. Die Kinder konnten nur staunen und genossen den Tag in vollen Zügen.
Ein weiterer Höhepunkt war die zweistündige Besichtigung der Bunker im Weinberg Kassel.
Ein Kasseler Feuerwehrmann führte die Gruppe, an der auch viele deutsche Eltern und Schüler teilnahmen, durch die Bunkeranlagen im Weinberg und schilderte in beeindruckender Weise, wie diese Bunker entstanden und wie sie während des 2. Weltkrieges genutzt wurden. Der Weg durch die Bunker betrug knapp drei Kilometer.
Der Landkreis Kassel als Regionalpartner der ungarischen Csepelinsel ermöglichte einen ausgiebigen Besuch des Tierparks Sababurg mit allen seinen Attraktionen.
Die nach der Ostvertreibung erst vor 50 Jahren erbaute Katholische Kirche mit einer kurzen Andacht der 30 katholischen Ungarn und die freundliche Verköstigung in der Paprikasiedlung in Calden zeigten die Wurzeln der heutigen Verbundenheit.
Außerdem konnten die Reitkünste der Jugendlichen auf dem Reiterhof Pavel und die Möglichkeiten des Anglerlateins auf der Fischteichanlage des ASV-Meimbressen sowie die sportlichen Fähigkeiten auf dem Sport- und Spielgelände „Heller Platz" getestet werden. Die Verköstigung ermöglichten der Städtepartnerschaftsverein Calden, der Förderverein der HGS, die FFW-Meimbressen und die Kindergartenküche mit ihrer langjährigen Köchin Angelika Hegner.
Die spannende Woche in Calden und Umgebung war nach Aussage der jugendlichen Gäste auch nach der 17-stündigen Busrückreise nach Ráckeve auf jeden Fall eine tolle Erfahrung.
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