Gera (pt) - Kurz vor dem 6. August werden Menschen in Gera angegriffen, Plakate beschmiert, Drohungen im Internet ausgesprochen, Büros von Parteien beschädigt, und Buttersäureballons von Nazis auf Montagsdemonstranten geworfen. Es brodelt und die RfD-Teilnehmer reisen jetzt schon an, um am Samstag dabei sein zu können.
Die Stimmung in Gera wirkt zunehmend nervös. Das Massaker in Norwegen hat einige rechte Gruppierungen aggressiver werden lassen. Sie haben Oberwasser bekommen.
Auch linke Gruppierungen reagierten die letzten Wochen und Tage auf die rechte Veranstaltung diesen Samstag. Vieler Orts in Gera wurden von Unbekannt, Symbole oder Sprüche an Häuserwände gesprüht. Hier sucht die Polizei auch nach den Tätern, wegen Sachbeschädigung.
Weitere Irritationen um die Naziveranstaltung, welche zuerst in Debschwitz stattfinden sollte, dann aber auf den Hofwiesenparklatz verlegt wurde kamen gestern beim Runden Tisch vom Aktionsbündnis gegen Rechts die Meldung auf. Das Konzert soll nun doch wieder auf der Spielwiese stattfinden.
Ein Spiel der Rechten? Zwei rechte Demonstrationen am selben Tag? Fakt ist, dass auf jeden Fall die Geraer Bevölkerung und Polizei darunter leiden werden. Auch, so scheint es zumindest, spielen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Gera eine wichtige Rolle bei dem Verwirrspiel um den Austragungsort der rechten Kundgebung.
„Die Geraer wollen kein Nazi-Konzert, weder auf der Spielwiese, noch auf dem Hofwiesenparkplatz, noch an irgendeinem anderen Platz. Wir sind und bleiben flexibel.", teilt Bernd Stoppe, einer der Sprecher des Aktionsbündnisses Gera gegen Rechts mit. Aktuelle Informationen über den neuesten Stand sind auf der Homepage des Aktionsbündnisse www.gera-nazifrei.com einsehbar, aber auch über Twitter und Facebook erhältlich. Ratsam sei es am Samstagmorgen sehr früh aufzustehen und bestenfalls schon an der Vorabend-Demonstration teilzunehmen, die 16 Uhr am Hauptbahnhof beginnt. Wenn das Konzert auf der Spielwiese stattfindet, wird es Kundgebungen auf der Heinrichsbrücke, an der Karl-Marx-Allee, der Georg-Büchner-Straße, dem Schlachthofsteg und der Tschaikowskistraße geben. Das Aktionsbündnis der Geraer Zivilgesellschaft ist gerade nach den Ereignissen der letzten Tage in seinem Handeln bestärkt. „Auf der Homepage zu Rock für Deutschland heißt es, dass die Gäste keine Nazi-Symbole sichtbar tragen sollen. Welche Klientel die NPD erwartet ist somit offensichtlich. Das Bündnis betont: „Von uns geht keine Eskalation aus.", so der Sprecher für das Aktionsbündnis.
Bleibt zu hoffen, dass sich autonome Chaoten von rechts oder links in Gera nicht profilieren wollen und es zu keinen Ausschreitungen kommt.
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