Seitenroda (sho) - Der erste Bauabschnitt der „Porzellanwelten Leuchtenburg" ist vollendet: das Torhaus. Und das wurde gleich mit zwei Akten gefeiert. Gemeinsam mit Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig haben die Bauverantwortlichen vor dem Gebäude eine „Botschaft an die Ungeborgenen" vergraben - die Idee dazu kam durch eine Flaschenpost aus dem Jahr 1925, auf die man während der Arbeiten am Torhaus stieß - anschließend wurde das symbolische rote Band durchschnitten.
„Die Weiterentwicklung der Leuchtenburg mit ihrer Verbindung zum traditionellen Porzellanstandort Kahla ist ein strategisch wichtiges Tourismusprojekt", sagte Machnig, „die Einweihung des Torhauses wiederum ein erster wichtiger Zwischenschritt". Investiert werden in die „Porzellanwelten Leuchtenburg" insgesamt zehn Millionen Euro. Das Thüringer Wirtschaftsministerium fördert das Vorhaben aus Tourismusmitteln mit sieben Millionen Euro.
Eine halbe Million Euro flossen in die Sanierung des Torhauses. Entstanden ist ein 120 Quadratmeter großer Veranstaltungssaal mit Kamin und moderner Technik. Untergebracht sind dort außerdem die Büroräume der Burgverwaltung. „Die Bausubstanz war deutlich heruntergekommen", erinnerte Dr. Ulrike Kaiser, Direktorin der Stiftung Leuchtenburg an die umfangreichen Arbeiten, „die Holzbalkendecke im ersten Obergeschoss war total marode und musste gegen eine Betondecke ausgetauscht werden. Es gab keine Elektrik und keinen Brandschutz."
1836 bis 1842 erbaut, diente das Torhaus lange Zeit als Kaserne für die Wachmannschaften des Leuchtenburger Zuchthauses. 1906 errichtete der Kahlaer Geschichts- und Altertumsverein dort das erste Museum auf der Burg. Ab 1921 befand sich in diesen Räumen die erste Jugendherberge Thüringens. Sie zog 1997 wegen maroder Zustände aus. Anschließend stand das Gebäude 15 Jahre lang leer. Innerhalb von 8 Monaten wurde es nun von 13 Fachhandwerkerfirmen wieder hergerichtet.
Während das Torhaus noch mit Porzellanexponaten bestückt werden muss - 200 ausgewählte Objekte, die die Thüringer Porzellangeschichte vom 18. bis 20. Jahrhundert vorstellen, darunter Unikate, die die Bodenmarke „Leuchtenburg" tragen, sollen hier künftig zur Schau gestellt werden - wird fleißig am Besucherzentrum gewerkelt. Es ist seit 170 Jahren der erster Neubau auf der Leuchtenburg und „architektonisch ein sehr spannendes Gebäude mit grandiosen Ausblicken auf die Umgebung", so Ulrike Kaiser. Der eine halbe Million Euro teure Neubau soll bis Februar stehen und ab Ostern die Gäste der Leuchtenburg empfangen. Hier können sie ihr Ticket kaufen, ersten Bedürfnisse wie Hunger, Durst oder einen Toilettengang stillen und in einem geräumigen Burgshop einkaufen.
Doch damit noch nicht genug, 2012 wird kräftig weitergebaut an der „Königin des mittleren Saaletals". Es folgen die Technikzentrale - das energetische Herz der Leuchtenburg - mit seiner regenerativen Hackschnitzelheizung und dem Blockheizkraftwerk sowie das Logierhaus, in dem die sieben Porzellanwelten untergebracht werden. „Das i-Tüpfelchen wird unser Skywalk", erzählte Ulrike Kaiser. „Ähnlich wie man das vom Grand Canyon kennt, kann man hier 25 Meter über die Brüstungsmauer heraustreten und ganz nach dem Motto ,Scherben bringen Glück', Porzellan, versehen mit einem Wunsch, in den Abgrund werfen."
Bis 2013 soll die Leuchtenburg zu einer Eventburg umgestaltet sein. Porzellan werde dort dann nicht nur ausgestellt, sondern für alle Sinne erlebbar sein. 200.000 Besucher sollen auf diese Weise jährlich auf die Feste hoch über Kahla gelockt werden.
Noch keine Kommentare vorhanden