Kahla (DIE LINKE SHK) - Wahrscheinlich seit der Gründung der Stadt Kahla 876, ganz sicher seit 1399, gab es noch nie eine Frau im Amt des Bürgermeisters in der Saalestadt. Am 6. Mai steht nun in der Stichwahl die 34 jährige Anwältin Claudia Nissen.
„Ein herzliches Dankeschön an alle Wählerinnen und Wähler, die sich bei der Bürgermeisterwahl für mich entschieden haben. Jetzt gilt es am 6. Mai noch einmal zur Wahl zu gehen!“ so Frau Nissen nach dem 1. Wahlgang. „Nehmen Sie alle Ihr Recht wahr und beteiligen Sie sich an der Stichwahl. Nutzen Sie bei Verhinderung die Möglichkeit der Briefwahl“, wirbt sie für eine hohe Wahlbeteiligung.
Die junge Mutter führt seit 2010 eine Anwaltskanzlei in Kahla und kam so schon mit vielen Menschen ihrer Heimatstadt in Kontakt. „Viele Bürger beschweren sich über mangelnde Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung in der Stadt. Auch können sie die Fehlentscheidungen der Vergangenheit, der durch CDU und FDP geführten Stadt, nicht nachvollziehen. Undurchsichtige Finanzgeschäfte, die zu hohen Schulden führten, das Ladensterben in der Innenstadt, der Abriss von historischer Bausubstanz aus fraglichen Gründen, z.B. einem versprochenen Busbahnhof und der Stillstand bei Kultur- und Sport motivierten mich zur Kandidatur“. Claudia Nissen sitzt seit 2009 für die Partei DIE LINKE im Kahlaer Stadtrat, seit 2010 auch im Kreistag und sammelte so schon Erfahrungen in der Kommunalpolitik. Sie steht für den Erhalt der städtischen Wohnbaugenossenschaft in kommunaler Trägerschaft. „Eine Privatisierung käme dem Verkauf unseres einzig verbliebenen Tafelsilbers gleich.“ betont sie energisch.
„Ich biete den Einwohnern von Kahla meine Kompetenz als Anwältin, die vor allem auch im Vermitteln zwischen verschiedensten Interessengruppen in schwierigen Situationen, zum Finden von optimalen Lösungen liegt.“ Durch die in der Vergangenheit angehäuften Defizite kann man die Probleme der Stadt Kahla durchaus als schwierig erachten. Claudia Nissen hat sich mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz auf die Fahnen geschrieben. „Ich möchte finanziellen Handlungsspielraum wiedergewinnen, um den Erhalt der Sport-, Freizeit- und Kultureinrichtungen möglich zu machen. Eine Wiederbelebung der Innenstadt liegt mir genauso am Herzen, wie die Verbesserung der Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung in der Stadt. Auch müssen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit der Stadt Jena, etwa im Bereich des Wohnungsmarktes, besser genutzt werden“, so die motivierte Kandidatin zu ihren weiteren Zielen.
„Ich stehe mit beiden Beinen im Leben und möchte als junge Frau und Mutter auch meine soziale Verantwortung wahrnehmen. Es wird Zeit, dass junge Menschen zu Ihrer Heimat stehen und mithelfen, Kahla als einen lebenswerten Ort im SHK zu erhalten und zu stärken“, so Frau Nissen abschließend.
Dass sie die erste Frau an der Spitze der Stadt wäre, sieht Claudia Nissen gelassen und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Frauen wussten schon immer einen guten Haushalt zu führen und das ist genau das, was unsere Stadt in Zukunft braucht“.
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