Ilmenau (ke) - Ein Gebäude im Hinterhof in der Langewiesener Straße 2a ist das Domizil der „Schlittenscheune“. Damit hier in Zukunft Schlittentradition lebendig werden kann, gründete sich ein Traditionsverein.
Über 100 historische Schlitten sammelte Norbert Wagner in den vergangenen Jahren.
© Kerstin EngelmannAlles begann nach der Wende mit einem alten Holzrennschlitten auf dem Sperrmüll. Norbert Wagner konnte nicht achtlos an ihm vorübergehen, sondern nahm ihn mit nach Hause. Seine Sammelleidenschaft war geweckt.
„Bevor man sich versieht, ist man Sammler“, stellt Norbert Wagner rückblickend fest. Denn über 100 historische Schlitten und 15 Bobs aus Ilmenau und Umgebung, aber auch aus der ganzen Welt kamen im Laufe der Jahre zusammen. Sie füllen in der 100 Quadratmeter großen Schlittenscheune nicht nur den Boden, sondern dicht an dicht auch die Wände des Gebäudes, welches der Sammler zu diesem Zweck hergerichtet hat. Die Ausstellungsstücke erzählen aus über 100 Jahren Rennschlittengeschichte. Um diese auch für Besucher erlebbar zu machen, stellte der Schlittenfan, der auch die Tradition des Nachtrodelns auf dem Kickelhahn begründete, bereits Teile seiner Sammlung beispielsweise im Goethe-Stadtmuseum aus.
In Roland Hollaschke, einem ehemaligen Rennrodler und Trainer, fand Wagner einen Gleichgesinnten. Aus ihrer Zusammenarbeit erwuchs letztendlich die Idee, die Schlittenscheune als Museum möglichst regelmäßig für Besucher zu öffnen. Für zwei - wenn auch noch so engagierte - Männer eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Und so beschlossen sie, die Ilmenauer Rodelleidenschaft zu nutzen und noch mehr Helfer ins Boot zu holen. Am 13. April gründeten sie einen Traditionsverein, der der Rodeltradition in Ilmenau zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen soll. 26 Gründungsmitglieder fanden direkt beim ersten Treffen zusammen. „Weitere Mitglieder sind uns jederzeit recht herzlich willkommen“, betont Wagner.
Möglichst schnell soll nun die Ausstellung in der Schlittenscheune zumindest auf Nachfrage und Anmeldung für Besucher geöffnet werden. „Auch eine Zusammenarbeit mit der Ilmenau-Information wäre vorstellbar“, so Wagner.
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