Preisverleihung im Schloss Herzberg

Unser Dorf nutzt die Sonne - Bollensen unter den Preisträgern

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Vertreter der Preisträger aus dem Landkreis Northeim mit v. l. n. r. Umweltminister Stefan Wenzel, den Ersten Kreisrat Gero Geißlreiter, die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer und den Ersten Kreisrat Dr. Hartmut Heuer 

© Foto: Heinzel

Göttingen/Osterode/Northeim (lpd/usj) - Im Wettbewerb "Unser Dorf nutzt die Sonne" wurden jetzt in Herzberg die Siegerorte bekannt gegeben und die Preise verliehen.

Auf den ersten Platz im Landkreis Northeim kam Imbshausen, vor Westerhof und Bollensen. Einen Sonderpreis hat Fredelsloh erhalten. Zur Preisverleihung waren unter anderem der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel, die Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen, Christel Wemheuer, der Erste Kreisrat des Landkreises Northeim, Dr. Hartmut Heuer, der Erste Kreisrat des Landkreises Osterode, Gero Geißlreiter, und Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Orte ins Herzberger Schloss gekommen. Die drei Landkreise Northeim, Göttingen und Osterode hatten am 1. Oktober 2014 erneut einen gemeinsamen Wettbewerb gestartet. Ziel war es, in den Dörfern die Nutzung der Sonnenenergie zu stärken. Das Motto lautete: "Unser Dorf nutzt die Sonne". Orte mit 100 bis 1.500 Einwohner waren aufgerufen, den Bau von Solaranlagen voranzutreiben und zu dokumentieren. Jetzt wurden die erfolgreichsten Orte mit jeweils 5.000 Euro Preisgeld ausgezeichnet. Im Landkreis Göttingen lag Groß Lengden vorn. Dort wurden auf 220 Potentialgrundstücken acht neue Solaranlagen errichtet. Das ist die höchste absolute Zahl neuer Anlagen in den drei Landkreisen. Im Landkreis Northeim hatte Imbshausen die Nase vorn. Dort wurden auf 131 Potenzialgrundstücken vier neue Solaranlagen installiert. Imbshausen hat mit drei Prozent die beste Quote im Landkreis Northeim erreicht. Else Heidelberg, Ortsbürgermeisterin von Imbshausen, kann sich vorstellen, vom Preisgeld eine Ladestation für E-Bikes und E-Autos zu bauen. Im Landkreis Osterode war Willensen am erfolgreichsten. Dort wurden während des Wettbewerbs vier neue Solaranlagen installiert. Das Dorf hat mit der Nutzung von 4,25 Prozent der Potentialfläche die beste Quote im Landkreis Osterode und sogar in allen drei Landkreisen. Einen Sonderpreis und ein Preisgeld von 2.000 Euro erhielt Fredelsloh (Landkreis Northeim). Zu Beginn des Wettbewerbs besaß dort bereits mehr als jedes fünfte Grundstück eine Solaranlage. Im Verlauf wurden weitere sieben neue Anlagen errichtet, was einem Anteil von 2,7 Prozent der Potentialfläche entspricht. Sieben neue Anlagen sind die höchste absolute Anzahl von Neuanlagen im Landkreis Northeim. Der Anteil von 2,7 Prozent unterscheidet sich nur geringfügig vom Erstplatzierten Imbshausen. Das war den Organisatoren einen Sonderpreis wert. Jeweils zweitplatzierte Dörfer waren Klein Wiershausen aus dem Landkreis Göttingen, Westerhof aus dem Landkreis Northeim und Düna aus dem Landkreis Osterode. Dritte wurden jeweils Harste (Landkreis Göttingen), Bollensen (Landkreis Northeim) und Wieda (Landkreis Osterode). Während der Preisverleihung würdigte der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel den Wettbewerb als "hervorragendes Beispiel für kommunalen Klimaschutz". Die Kommunen seien die eigentlichen Treiber der Energiewende, sagte der Umweltminister. Das mache ihm ganz viel Mut. Es zeige, dass dynamische Veränderungen möglich seien. Zuvor hatte Wenzel auf klimatische Veränderungen hingewiesen, die man "schon heute spürt". So nehmen nach seinen Worten die Zahl der heißen Tage und die Starkregenereignisse zu. Smog in China und Dürre in Kalifornien seien weitere Beispiele. "Es gibt viele Punkte, die uns zum Handeln zwingen und zum Handeln bringen", sagte der Minister. Dr. Hartmut Berndt, Regionalmanager des Landkreises Göttingen, sagte, Klimaschutz sei eine Frage des Überlebens. Die Zeit werde knapp. Und: "Wir müssen alles daran setzen, die Erwärmung zu verringern." Die Zukunft liege in den erneuerbaren Energien. Die Flächen dafür liegen auf dem Land. Man müsse Solarenergie in den Dörfern zum Thema machen und gemeinsame Aktivitäten entfalten. Christel Wehmheuer, Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen, sagte, sie würde sich freuen, wenn Klimaschutz Pflichtaufgabe würde. Gero Geißlreiter, Erster Kreisrat des Landkreises Osterode dankte allen, die am Wettbewerb teilgenommen haben und betonte: "Jeder kann zum Klimaschutz beitragen." Dr. Hartmut Heuer, Erster Kreisrat im Landkreis Northeim, berichtete von den erfolgreichen Kampagnen zur Wärmedämmung und zur Optimierung von Heizungsanlagen. Das wirke sich auch positiv auf das Handwerk aus. Die Wettbewerbsorganisatoren laden jetzt alle Dörfer herzlich ein, sich mit Ideen für einen dritten Wettbewerb in der Reihe "Dörfer wetteifern für den Klimaschutz" bei ihnen zu melden. Ansprechpartnerin beim Landkreis Northeim ist Caroline Werner, cwerner@landkreis-northeim.de, Tel. 05551-708731. Die Organisatoren der Preisverleihung hatten sich eine besondere Geste zum praktischen Klimaschutz ausgedacht: Die Teilnehmenden wurden dazu eingeladen, mit der Bahn anzureisen. Die Kosten dafür wurden übernommen. Der Transfer zum Schloss und zurück zum Bahnhof mit einem Elektro-Auto sichergestellt. Die Zahl derer, die von dem Angebot Gebrauch gemacht haben und nicht mit dem eigenen Pkw gekommen sind, blieb leider recht überschaubar. Ein Video über die Preisverleihung, Zusatzinfos zum Thema und einen Link zum Solardachkataster Südniedersachsen gibt es auf www.landkreis-northeim.de .

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