Letzte Beratung vor der Sommerpause

Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Landratsamt Hildburghausen

Hildburghausen (wotan) - Der Jugendhilfeausschuss beriet am 18. Juli 2012 die Kooperation mit Schulen, Kinderbetreuungsfinanzierung, KiTa-Bedarfsplanung und Netzwerke für frühere Hilfen und Familienhebammen.

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Ausschuss im Großen Sitzungssaal

© Foto: wotan

Die Beschlussfähigkeit des Jugendhilfeausschusses lag vor und zur Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schulen konnte eingeschätzt werden, dass die Kooperation mit den Beratungslehrern gut funktioniere. Ziel sei es, die Schule nehme ihre eigene Verantwortung zunächst voll wahr, erst bei akuten Problemen greife die Jugendhilfe ein. Schwerpunkte waren Vernachlässigung, Gewalt in der Familie, sexuelle Übergriffe und Schulverweigerung.
Der Paragraf 55 a des Thüringer Schulgesetzes habe einiges im Bewusstsein der Schule und der Lehrer bewirkt, ihre eigene Verantwortung hervorgehoben. Der Informationsweg laufe vom Lehrer zum Beratungslehrer und zum Direktor, über den eine Dokumentation an das Jugendamt geleitet werde. Es wurde auch die Frage diskutiert, ob es schon Vernachlässigung sei, wenn Kinder von Rauchereltern ständig starkem Nikotindunst ausgesetzt wären. Auch wenn das Ausdruck von Verantwortungslosigkeit sei, könne es noch nicht als Vernachlässigung eingestuft werden.
Das Investitionsprogramm zur Kinderbetreuungsfinanzierung laufe das fünfte Jahr und habe zum Ziel, alle Anträge auf KiTa-Plätze bedienen zu können. Der Landkreis Hildburghausen habe bisher 2,15 Milliarden Euro in dieses Vorhaben investiert. Der Bedarf an KiTa-Plätzen würde bedient, wobei die Geburtenentwicklung zu beachten sei. Der Geburtenknick aus dem Jahr 1993 wird beim Jahr 2016 spürbar. Ungeachtet dessen müsse ein Mindestpersonalschlüssel vorgehalten werden.
Zu einer Beschwerde der Stadt Hildburghausen, der acht weitere KiTa-Plätze nicht bewilligt worden waren, führte Amtsleiter Lindner aus, die Planungsverantwortung für KiTa-Plätze läge beim Landratsamt und nicht bei der Stadt. Entscheidend für die Kapazität wäre die Nachfrage. Die KiTa „Farbkleckse“ in Hildburghausen habe 45 Plätze und nur 43 Anträge. Das Wahlrecht der Eltern, in welche KiTa sie ihr Kind schicken, müsse in jedem Fall beachtet und respektiert werden.
Für frühe Hilfen ab der Schwangerschaft würden bundesweit im Jahr 2012 30 Milliarden Euro ausgegeben, wobei auf Thüringen eine knappe halbe Million entfalle und dem Landkreis Hildburghausen etwa 18.000 Euro für das zweite Halbjahr 2012 zur Verfügung stünden.
In der Diskussion war  unter anderem das Konsumieren von Alkohol durch Minderjährige ein Schwerpunkt. Die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses findet Ende September 2012 statt.

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