Kräuter im Garten anbauen

Heilwirkung und Würze

Von Barbara Siebrecht
Der Anbau von Kräutern im Garten gelingt bei vielen Arten leicht und macht große Freude. Kräuter bereichern den Speisezettel, geben auch alt bekannten Gerichten einen besondere Geschmacksnote und sind unzweifelhaft gesund, wenn sie in normalen Mengen verzehrt werden.

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Die Kräuterspirale bietet verschiedene Lebensbedingungen für unterschiedliche Ansprüche an Wasser und Nährstoffe der Kräuter.

© Foto: Siebrecht

Eine Erdbeerbowle oder anderen sommerliche Getränke schmecken mit ein paar Blättern Zitronenmelisse noch köstlicher und mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian und Oregano geben Gericht wie Pizza oder der italienischen Gemüsesuppe Minestrone die typische Würze. Manche Kräuter, die vor Jahrzehnten zum Standardrepertoire der deutschen Küche gehörten, wie Bohnenkraut und Sauerampfer geraten im Moment in Vergessenheit und sind weder im Supermarkt, noch in einem normalen Gartencenter als Pflanze oder Samen zu erhalten. Das ist schade, denn ihre gesundheitsfördernde Wirkung und ihr Wohlgeschmack sind auf jeden Fall den Anbau wert.
Anbau von Kräutern im Garten
Einige Kräuter wachsen als kleine Sträucher und können viele Jahre am selben Fleck stehen. Zu den Kleinstäuchern unter den Kräutern gehören zum Beispiel der Salbei, der Rosmarin und der Thymian, die alle aus dem wärmeren Mittelmeerraum stammen und bei stärkerem Frost erfrieren können. Mit einem jährlichen, kräftigen Rückschnitt im März/April um mindestens zwei Drittel des Neutriebes hält man diese Kräuter vital. Schneidet man nicht, werden die Triebe bei uns zu lang und die Pflanze bricht auseinander.

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Blut-Sauerampfer, die graulaubige Pfefferminze, Petersilie und die Etagenzwiebel im Hintergrund wachsen gemeinsam auf dem Kräuterbeet.

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Zu den Stauden unter den Kräutern gehören Arten wie das Estragon, der Beifuß, die Zitronenmelisse und die Pfefferminze. Diese Kräuter kann man eingetopft kaufen und auspflanzen. Im Winter sterben alle oberirdischen Triebe ab und die Pflanzen treiben im März neu aus den Wurzelstöcken aus. Pfefferminze kann dabei leicht lästig werden, da sie viele unterirdische Ausläufer bildet und sich stark ausbreitet. Ihre Wüchsigkeit ist aber auch am richtigen Platz ein Vorteil, denn man kann sie bedenkenlos ernten und auch Garten-Anfänger haben mit der Anzucht Erfolg. Ein Tee aus frisch im Garten geernteter Pfefferminze ist köstlich und im Handumdrehen kann man sich einen Vorrat der aromatischen Blätter für den Winter trocknen.
Viele Kräuter werden jedes Jahr neu aus Samen gezogen. Zu den Einjährigen gehören zu Beispiel das Bohnenkraut, Petersilie oder Basilikum. Bohnenkraut kann noch im Juni in Reihen direkt ins Beet gesät werden. Petersilie hat eine sehr lange Keimzeit, dem Volksmund nach sieben Wochen. Einfacher ist es Petersilie im Topf zu kaufen und vereinzelt im Beet ab April auszupflanzen. Basilikum ist ein Lichtkeimer und darf bei der Aussaat nicht mit Erde bedeckt werden. Am leichtesten gelingt die Aussaat auf der Fensterbank in Anzuchtkisten, da der Samen bei der Keimung ständig fecht gehalten werden muss. Auch später schätzt Basilikum feuchte Erde und volle Sonne.
Winterheckenzwiebeln
Die Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum) gehörte früher zum Standard in den Bauergärten und galt als unkompliziert. Sie sieht ähnlich aus und wird genauso verwendet, wie Frühlingszwiebeln. Schon im März schiebt sie ihre hohlen Stängel aus der Erde, die zum Beispiel für Grüne Soße zu gekochten Eiern oder im Quarkdipp zu Pellkartoffeln köstlich sind. Im Mai bilden sich weiße Blüten, die gerne von Bienen beflogen werden. Wenn man weiter ernten will, sollte man diese Blütenansätze abschneiden. Im Herbst werden die Blätter trocken, die Zwiebeln überwintern und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus. Unterirdisch bilden sich Tochterzwiebeln, daher sollte man die Winterheckenzwiebel nach einigen Jahren ausgraben und vereinzeln. An Bodenfeuchte und Nährstoffangebot stellen die Winterheckenzwiebeln keine großen Ansprüche.

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Die Winterheckenzwiebel (links) und der Schnittlauch gehören zu den Kräutern, die schon sehr früh im Jahr geschnitten werden können und mit ihren Zwiebeln überwintern.

© Foto: Siebrecht


Borretsch
Der Borretsch ist ein Vagabund im Kräuterbeet, da sich die einjährige Pflanze leicht selbst aussäht. Der Anbau von Borretsch (Borrago officinalis) ist einfach. Man säht die Samen im März breitwürfig an Ort und Stelle aus und vereinzelt sie später auf etwa 25 cm Abstand. Pflanzen, die sich selbst ausgesät haben können im Jugendstadium noch leicht verpflanzt werden. Man sollte dabei darauf achten, das Pfahlwürzelchen nicht zu beschädigen und wieder senkrecht einzupflanzen. Die behaarten Blätter des Borretsch werden gerne in Salatsaucen verwendet und geben dem Salat ein frisch-aromatisches Aroma. Die hübschen, blauen Sternchen-Blüten des Borretsch sind ebenfalls essbar und über den Salat gestreut oder als Einlage in ein Kräutersüppchen sehr dekorativ. Eine gute Idee ist es auch, die Blüten in Eiswürfelformen zu legen und mit Wasser einzufrieren. Ein Drink mit einem Blüten-Eiswürfel ist der Hit bei jeder Gartenparty.

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Die Sämlinge des einjährigen Borretsch (Gurkenkraut) hinten im Bild und der mehrjährige Thymian (vorne) fühlen sich beide in der Kräuterspirale wohl.

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