Pflegende Angehörige erreichen ihre Belastungsgrenzen

Kurberatung für pflegende Angehörige

Kreis Höxter (ozv) - Ebenso wie den Eltern mit Schul- und Kindergarten-Kindern ergeht es derzeit den Angehörigen pflegebedürftiger Menschen. „Die Leute sind erschöpft“, berichten die Kurberatungsstellen der AWO, des DRK und der Caritas im Kreis Höxter.

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(v.l.)Karina Welling (DRK Höxter), Joachim Rempe (DRK Warburg), Andrea Gehrendes (Caritas Höxter), Cornelia Göhmann-Dobrott (AWO Höxter). 

© Foto: DRK Höxter

„Die Belastungsgrenzen sind bei vielen erreicht.“ Vor der Corona-Pandemie konnten die Pflegebedürftigen die Tagespflege besuchen, Enkel, Nachbarn oder Ehrenamtliche unterstützten die Angehörigen. „Das fiel mit dem Beginn der Pandemie dann alles weg“, bekräftigt auch Cornelia Göhmann-Dobrott, Beraterin der AWO an den Standorten in Höxter und in Bad Driburg. Die Kurberaterin rät erschöpften Angehörigen deshalb, sich wegen einer Kurmaßnahme beraten zu lassen. „Eine Kur kann pflegenden Angehörigen die dringend benötigte Erholung bringen und helfen, ihre Gesundheit zu erhalten. Dann können diese gestärkt wieder dem Alltag begegnen.“

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(v.l.) Joachim Rempe (DRK Warburg), Karina Welling (DRK Höxter), Cornelia Göhmann-Dobrott (AWO Höxter), Andrea Gehrendes (Caritas Höxter). 

© Foto: DRK Höxter


Da die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken unter Beachtung eines Hygienekonzeptes wieder öffnen dürfen, könne man ab sofort auch wieder Kurmaßnahmen beantragen, empfiehlt auch Andrea Gehrendes von der Kurberatungsstelle der Caritas in Brakel, die bei der Beantragung auf Wunsch hilft. Alle Beratungsstellen unterstützen auch dabei Hilfen zu finden, die Versorgung des Angehörigen während der Kur sicherzustellen. In einigen Kliniken besteht die Möglichkeit den Pflegebedürftigen mitzunehmen oder in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung in der Nähe unterzubringen.
Pflegenden Angehörigen ist häufig nicht bekannt, dass sie eine Kur – eine stationäre Vorsorge- und Rehamaßnahme – in Anspruch nehmen können, um ihre Gesundheit und Pflegefähigkeit zu erhalten. Die ganzheitliche medizinische Maßnahme dient der körperlichen und seelischen Stärkung und berücksichtigt die individuelle Situation des Pflegenden.
Etwa zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen werden von ihren Angehörigen oder anderen Bezugspersonen zu Hause gepflegt. Diese oft unterschätzte Belastung bleibt nicht ohne Folgen: Pflegende Angehörige sind oftmals körperlichen, psychischen, finanziellen und sozialen Belastungen ausgesetzt; eigene Bedürfnisse müssen hinten anstehen – und das auch ohne Corona-Pandemie.
„In unserer Beratungsstelle erhalten Sie Informationen zu allen Fragen der Beantragung einer Kur, zur Klärung der Versorgung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen, zu Fragen der Finanzierung der Kur und zur Auswahl der Klinik“, sagt Joachim Rempe, Kurberater des DRK in Warburg.
Speziell qualifiziert für die Kurberatung von pflegenden Angehörigen wurden für die Beratungsstellen im Kreis Höxter Cornelia Göhmann-Dobrott (AWO Kreisverband Höxter), Gabriele Pipiale und Andrea Gehrendes (Caritasverband für den Kreis Höxter), Karina Welling (DRK Kreisverband Höxter) und Joachim Rempe (DRK Kreisverband Warburg) sowie ihre Kolleginnen und Kollegen in den Kurberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Projekts „Zeit & Erholung für pflegende Angehörige in NRW – Kurberatung für pflegende Angehörige“, welches vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird.

Die Kurberatungsstellen im Kreis Höxter stellen sich vor:
• AWO Kreisverband Höxter e.V.
Cornelia Göhmann-Dobrott
Telefon: 05271-96 63 89

• Caritasverband für den Kreis Höxter e.V.
Gabriele Pipiale und Andrea Gehrendes
Telefon: 05272-3770-0

• DRK - Kreisverband Höxter e.V.
Karina Welling
Telefon: 05271-93 21 512

• DRK - Kreisverband Warburg e.V.
Joachim Rempe
Telefon: 05641-24 54

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