Liebenau (KA) - Die Not auf den Straßen in Städten und Ortsteilen steigt und besonders in dieser Jahreszeit herrscht in Tierheimen und bei privaten Tierschützern akuter Platzmangel. Grund dafür sind unverantwortungsvolle Katzenbesitzer, die ihre Tiere nicht kastrieren lassen und damit für massig ungewollten Nachwuchs sorgen.
Während die einen die ungeliebten Katzenkinder auf zum Teil grausigste Art und Weise entsorgen oder aussetzen, landen andere auf verschiedene Wege beim Tierschutz. Manche wachsen aber gänzlich herrenlos auf der Straße auf und setzen hier ihre eigene traurige Geschichte fort.
So muss es auch Emily ergangen sein, eine ca. zehn Jahre alte Katzenmutter mit einem fehlenden Auge, die zwei ihrer Jungen gerade noch durchbringen konnte, bevor sie fast verhungert von privaten Tierschützerinnen mitsamt den Kleinen gerettet wurde. Zum Kreis dieser engagierten Frauen gehören Annegret Kloppman, die in Liebenau ein privates Katzenheim beherbergt, Tina Hornig, Dr. Sigrid Neef, Gudrun Damme und Rosi Smoydzin. Aufgrund der drohenden Überfüllung des Katzenhauses konnte Emily hier nicht unterkommen. In aller letzter Minute konnte aber noch eine private Pflegestelle ausfindig gemacht werden. Doch auch in den zur Verfügung stehenden vorübergehenden Unterkünften ist bald kein Platz mehr. Und hier wird für die Frauen das Problem zur Katastrophe, denn die Vorstellung, einem in Not geratenen Tier irgendwann einmal nicht helfen zu können, bereitet ihnen mittlerweile schlaflose Nächte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der "ganz große Schwung" an Jungtieren erst demnächst ansteht.
Der Landkreis Kassel sowie die verschiedenen Stadtverwaltungen sind laut den Aussagen der Tierschützerinnen meist keine große Hilfe. Auf der einen Seite stoße der Ruf nach Kastrationspflicht nach wie vor auf taube Ohren und auf der anderen Seite müsse man sich auch noch darüber streiten, was eine Fundtier und was ein herrenloses Tier ist. Der Knackpunkt hierbei ist nämlich, dass für Fundtiere die Fundbehörde zuständig ist, für herrenlose Tiere jedoch nicht.
Hilferuf
Aufgrund der geschilderten Umstände werden tierliebe Menschen gesucht, die bereit sind, eine oder mehrere Katzen vorübergehend als Pflegestelle oder gern auch als neuer Besitzer aufzunehmen. Wer eine entsprechend ausgebaute Scheune, einen Schuppen oder Keller hat, und diesen Raum für eine Unterkunft zur Verfügung stellen kann und möchte, würde die fünf Tierschützerinnen sehr glücklich machen und für deutliche Entlastung sorgen.
Neben Emily gehört auch der kleine Frechdachs Thea zu den Sorgenkindern. Bei Thea ist das Problem, dass sie ihre Artgenossen nicht besonders leiden kann und damit weitere Aufnahmen im Katzenhaus Liebenau "blockiert". Menschen gegenüber ist sie allerdings gleich sehr zutraulich. Trotzdem sollten nur erfahrene Katzenhalter Thea aufnehmen, da sie auch mal ihre "dollen fünf Minuten" hat, die sich in Wirklichkeit nur auf wenige, in spielerische Angriffslust gehüllte Sekunden erstrecken. Und natürlich warten eine Vielzahl an Katzenkindern darauf, ein neues Zuhause zu bekommen und dieses mit Leben zu füllen.
Wer Interesse hat, sich einem oder meherer der Tiere anzunehmen, kann sich gerne bei Tina Hornig unter Tel. 05676/1056 oder Annegret Kloppman unter Tel. 05676/245 melden.
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