Was haben Ostern und Weihnachten mit der Amtszeit eines Bürgermeisters zu tun? Man sollte meinen null und nichts. Verfolgt man den Wahlkampf des derzeitigen Amtsinhabers in Tambach-Dietharz könnte man allerdings zu einer anderen Auffassung gelangen. In einer 13 seitigen Hochglanzbroschüre, wie aus einem Möbelhaus, versucht Herr Wrona jegliche Veränderung in Tambach-Dietharz mit seiner Person in Verbindung zu bringen. So werden bauliche Aktivitäten der Stadt, welche allein auf Initiative des Stadtrates durchgeführt wurden, als eigener Verdienst verkauft. Auch andere Hintergründe werden bewusst ausgelassen. Private Investitionen auf die eigenen Fahnen geschrieben. Die Kindertagesstätte, welche mit Mitteln des Konjunkturpakets II erweitert wurde, ist plötzlich ebenso ein Verdienst des Herrn Wrona, wie der Bau des Radweges nach Georgenthal, obwohl es dazu einer Verweigerung zur Haushaltsabstimmung durch den Stadtrat bedurfte, um Herrn Wrona zu zwingen, die Baumaßnahme anzugehen. Der städtische Zuschuss zur Sanierung der Bergkirche, welcher im Rahmen eines Förderprogramms notwendig war, wird ebenfalls als Erfolg gefeiert, obwohl auch hier allein der Stadtrat aufgrund der Notwendigkeit entschieden hat. Wen wundert es da, dass auch Investitionen des Landkreises als Errungenschaften des Herrn Wrona gepriesen werden, wie die Sanierung der Schulsporthalle, der Neubau der Kleinfeldanlage und der Erhalt der Grund- und Regelschule. Für letzteres zeigt sich immer noch die gegründete Elterninitiative verantwortlich. Selbst die Errichtung des Kinderhospizes sollen wir Herrn Wrona zu verdanken haben, obwohl das doch die alleinige Sache zwischen dem Trägerverein und der Talsperrenverwaltung war. Die Zustimmung der Stadt zur Ansiedlung des Hospizes sollte eine Selbstverständlichkeit gewesen sein. Die Vereine der Stadt werden über den Inhalt der Broschüre ebenfalls sehr erstaunt sein. So wird beispielsweise die Gründung neuer Verein als Verdienst des Herrn Wrona dargestellt. Die Mountain-Hawks werden dies sicher ebenso mit Interesse gelesen haben, wie das Familienzentrum. Erstere zahlen im Jahr ca. 600,00 €, um im Bürgerhaus trainieren zu können, letzteren wurde der Stadtpark zu Durchführung einer Halloweenfeier versagt. Welchen Einfluss Herr Wrona politisch genommen hat, um in seinen 6 Amtsjahren Personen Arbeit zu verschaffen oder warum er meint, dass eine Steigerung der Einwohnerzahl um Personen, wohl überwiegend neue Mitarbeiter der Firma Jahn, auf seine Aktivitäten zurückzuführen ist, lässt die Broschüre offen. Ebenso offen bleibt die Antwort auf die Frage, warum es der Stadt wirtschaftlich gut geht. Die steuerzahlenden Betriebe werden dies mit Interesse lesen. Die Broschüre lässt sicher nicht ohne Grund offen, welche weiteren Betriebe sich in den vergangenen 6 Jahren im Ort angesiedelt haben und wie die Zusammenarbeit mit Georgenthal und Floh-Seligenthal konkret gefördert wurde. Vielleicht liegt es daran, dass der Saurierpfad allein von Georgenthal errichtet wurde und sich Tambach-Dietharz trotz Anfrage zurückgehalten hat. Wen wundert es, dass dann letztlich auch noch falsche Dinge mitgeteilt werden. Die Beschilderung der Waldwege endet dank Herrn Wrona an den Grenzen des Territoriums der Stadt Tambach-Dietharz, obwohl mit Sehenswürdigkeiten, welche auf dem Weg folgen würden, geworben wird. Die Stadt ist auch nicht Mitglied im Geopark, Kur-Terrainwege gibt es nicht und auch die Rennsteigleitern sind als überregionales Objekt erst in Planung. Alles in allem sollte einem diese Art der Wahlwerbung doch zu denken geben, aber wen wundert es, hat doch Herr Wrona in der Thüringer Allgemeine getönt, dass Wahlkampfplakate die Bürger beleidigen, um dann am nächsten Tag den gesamten Ort mit seinen Plakaten und Aufstellern zuzuschütten. Bleibt zu hoffen, dass die Wähler sich nicht für dumm verkaufen lassen und Herrn Wrona dies alles quittieren. M. Schmidt
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