Georgenthal (Torsten Kirchner) - Die Mitglieder des Ortsverbandes Georgenthal verabschiedeten sich am gestrigen Montagabend von ihrer Partei.
Bei der schon längere Zeit anberaumten Versammlung der Georgenthaler FDP-Mitglieder wurden insgesamt sieben Austritte aus der FDP mitgeteilt, teilweise wurden die schriftlichen Austrittserklärungen gleich dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden direkt übergeben. Dieser hatte es sich nicht nehmen lassen, an dieser letzten Veranstaltung teilzunehmen, nachdem Tage vorher ein Brandbrief veröffentlicht wurde. Auch der Bürgermeister des benachbarten Wölfis verließ die Partei.
Den Liberalen aus Georgenthal fiel dieser Schritt nicht leicht, waren sie doch teilweise 20 und mehr Jahre in der FDP. Austrittsgründe gibt es einige: die verfehlte liberale Politik innerhalb der Koalition im Bund, verfehlte Steuerpolitik, Fehler in der Bundes- und Europapolitik, Entscheidungen der FDP oft an der Basis vorbei, Personalquerelen an der Parteispitze – das alles trägt einen nicht unwesentlichen Anteil am Vertrauensverlust an die liberale Partei.
Jedoch nicht nur in der Bundespolitik sondern auch in engeren kommunalen Bereichen sind Populismus und Dilettantismus zu oft vertreten.
Die liberalen Freunde sind insbesondere mit der Führungsriege auf Kreisebene nicht einverstanden.
Sie erinnern nur ungern an die fragwürdigen Aktionen des Kreisverbandes im Jahr 2009, einige Parteifreunde wegen parteischädigenden Verhaltens aus dem Parteiamt zu entheben. Freunden parteischädigendes Verhalten anzudichten, die sich jahrelang für die FDP im Kreis und Kommunen eingesetzt haben, die auf offensichtliche Fehler öffentlich hinweisen, die den liberalen Gedanken aussprechen - das ist mit ihrem Verständnis zum Liberalismus nicht vereinbar. Für die kommunal engagierten Bürger vor Ort wurde es Zeit, ihre Mitgliedschaft in dieser Partei auf den Prüfstand zu stellen und sich nach Alternativen umzusehen, um sich weiter erfolgreich an der Basis zu engagieren.Es soll aber ausdrücklich betont werden, dass der Schlussstrich nicht als Ergebnis der schlechten Umfragewerte der FDP in der Bundespolitik gezogen wird. Nach über 20 Jahren Sacharbeit in dieser Partei in kommunaler Gemeinde- und Kreispolitik kann sich ein überwiegender Teil der liberalen Bürger dieses Gerede und Profilieren im Kreisvorstand Gotha nicht mehr mit ansehen. „Es hat jahrelang Spaß gemacht und wir wollen weiterhin Freude daran haben, sachgerecht Politik zu machen. Wir werden aus diesem Grund Alternativen suchen, um unsere kommunale Erfahrung unter einem neuen Namen im Ort einbringen zu können .“ – so die einhellige Meinung aller nun ehemaligen Mitglieder.
( im Auftrag Volker Eckard - Georgenthal)
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