Jena (anw) - Mit das Beste, was die deutsche Rockmusik zu bieten hat, spielte in der „Rock'n' Roll Arena in Jena – für eine bunte Republik Deutschland" am Freitag. 50.000 Besucher wollten die Stars Udo Lindenberg, Peter Maffay, Silly, Toni Krahl, Julia Neigel, Clueso und Kowsky live erleben, die mit ihren Songs ein weit über Jena hinaus klingendes Zeichen gegen Nazis und deren Verbrechen rockten.
Beim Klassiker „Wozu sind Kriege da? wird Udo Lindenberg von Jenaer Kindern unterstützt – und das vor 50.000 begeisterten Besuchern der „Rock'n' Roll Arena in Jena – für eine bunte Republik Deutschland".
© Foto: anwUnd die in Tönen und Texten auch den Spagat, aus einem so unendlich traurigen Anlass - den zehn von deutschen Neonazis ermoderten ausländischen Mitbürgern - und einem Musikerlebnis der Extraklasse bewältigten.
Jeder Künstler, die allesamt bei diesem innerhalb von gut einer Woche organisierten Event ohne Gage antraten, ließ von der Bühne in der Oberaue die Botschaft herabschallen, gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit und für Menschlichkeit und Toleranz auf- und einzutreten.
Vor allem die Altstars Maffay und Lindenberg, begleitet von exzellenten Musikern und Sängern, brachten das Publikum in Hochstimmung. Der Erfurter Clueso sang zunächst natürlich mit „Udo" „Cello" und anschließend den DDR-Kulthit „Wenn ein Mensch lebt".
Seit dem Vorschlag vom SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, der Gast des Konzertes war, in Jena ein solches Megaereignis auszurichten, hatten alle Beteiligten - JenaKultur, die Stadtverwaltung, die Jenaer Polizei -, dabei unterstützt von Geld spendenden Firmen, Bürgern und der Landesregierung, einen unglaublichen organisatorischen und sicherheitstechnischen Kraftakt hingelegt, um die größte Protestaktion in Thüringen gegen Neonazis zu ermöglichen.
Gabriel selbst hatte die entdeckte Mordserie als einen „Angriff auf uns Alle" bezeichnet und erneut ein Verbot der NPD gefordert. Jenas OB Albrecht Schröter (SPD) rief aus: „Wir werden den Nazis nicht den Erfolg gönnen, was sie aus Jena machen wollen". Der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) waren die Konzertbesucher gefolgt und hatten vor dem Einschalten der Verstärker mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht.
Laut Jenaer Polizei verlief das Konzert „friedlich und nahezu ohne Vorkommnisse". Auch das befürchtete Verkehrschaos sei ausgeblieben. Die Jenaer Polizisten wurden unterstützt von Kollegen aus ganz Thüringen und Bayern.
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