Es stehen fünf Kandidaten zur Wahl

Oberbürgermeisterwahlen in der Kreisfreien Stadt Eisenach

Eisenach (sj) Die Wahlbeteiligung in der kreisfreien Stadt liegt bei 47,5 Prozent, ist also um fast elf Prozent höher als vor fünf jahren. Damals lag sie bei 36,6 Prozent.

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Amtinhaber Matthias Doht (SPD)

© Foto: Archiv

Für das Amt des Eisenacher Oberbürgermeisters bewerben sich fünf Kandidaten: Raymond Walk (CDU), Katja Wolf (Die Linke), Matthias Doht (SPD), Gisela Rexrodt (Bündnis 90/Die Grünen) und Einzelbewerber Thomas Wenzl. Der Wahltermin wurde vom Landesverwaltungsamt festgesetzt. Eine möglicherweise nötige Stichwahl wird am Sonntag, 6. Mai 2012, stattfinden. Die Wahlperiode des Oberbürgermeisters dauert sechs Jahre und endet am 30. Juni 2012.

Der Amtsinhaber ist Matthias Doht (SPD). Nach dem Abitur 1977 an der Ernst-Abbe-Oberschule in Eisenach schloss sich der Wehrdienst in der NVA bis 1979 an. Danach studierte Doht von 1979 bis 1984 an der TH Karl-Marx-Stadt - allgemeinen Maschinenbau und Konstruktionstechnik - und schloss als Diplom-Ingenieur ab. Dann arbeitete er bis 1990 als Konstrukteur für Sondermaschinen im Automobilwerk Eisenach. Er ist seit 1981 mit thüringische Landtagsabgeordneten Sabine Doht verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seine Amtsführung gilt als umstritten. Man räumt seinem Kontrahenten, dem parteilosen Raymond Walk, der von der CDU aufgestellt wurde, die Chance ein, Doht ablösen zu können. Walk (49) ist verheiratet, hat zwei Töchter im Alter von 17 und 19 Jahren. Er hat sich bereits in Eisenach eine Wohnung gesucht. Der Leitende Polizeidirektor des Freistaates kommt aus Grüsselbach in der Rhön, kennt Eisenach sehr gut, da er Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre Leiter der Eisenach Polizeiinspektion war und einen sehr guten Eindruck hinterließ.

Der jungen Katja Wolf von der Linkspartei werden ebenfalls große Chancen eingeräumt. Sie arbeitet für ihre Partei als Fraktionsvorsitzende im Eisenacher Stadtrat, kennt dadurch die Kommune und ihre Probleme aus dem ff. Sie ist Mitglied des Thüringer Landtages. Wolf ist ein unaufgeregter, gelassener Typ, der sich durchzusetzen versteht. Ein älterer Eisenacher (nicht von den LINKEN) bezeichnete sie in einem Zeitungsartikel als anmutig und engagiert.

Persönliche Angaben von Katja Wolf: Geboren am 7.3.1976 in Erfurt; verheiratet, zwei Kinder; Dipl.-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin
Politische Ämter: Landtagsabgeordnete im Thüringer Landtag; umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag;Mitglied im Eisenacher Stadtrat
Über mich: Ich bin gelernte Sozialpädagogin, arbeitet aber nun schon seit 1999 im Thüringer Landtag. Ich kam durch den Kampf für das Jugendradio DT64 und gegen den ersten Golfkrieg Anfang der 1990er Jahre zur Politik. Bei den vergangenen Wahlen konnte ich das Direktmandat im Wahlkreis Eisenach erringen. Überdies bin ich Mitglied im Eisenacher Stadtrat und Mitglied unter anderem von Mehr Demokratie e.V., der Jugendweihe e.V. und des BUND. Mein Schwerpunkt in der Arbeit ist die Umweltpolitik, ein weites und spannendes Feld. Ich kämpfe gegen die Werra Versalzung und für den Weltnaturerbe-Status des Nationalparks Hainich, gegen Atomenergie und für die Zukunft des Vessertals als Bioshärenreservat, gegen den Gipsabbau im Harz und für lebendige, gesunde Wälder. Doch bei allem Gegen und Für ist mir immer eines wichtig: ich möchte Menschen in meiner Arbeit erreichen und ihre Sorgen und Meinungen aufnehmen. Der Mensch und die Natur stehen im Mittelpunkt - das klingt so platt und schon oft gehört: Doch genau das ist es, was aus meiner Sicht meine Arbeit auszeichnen soll. Dafür setze ich mich ein, und daran will auch gemessen werden. Ich möchte mich einmischen, meine Ideen und Gedanken einbringen. Es sind Ansichten einer jungen Frau. Ich werde von den Auswirkungen heutiger Entscheidungen auch noch in 40 Jahren betroffen sein. Ich stehe für eine Politik, für die alle Menschen wertvoll ist - auch wenn sie krank, arbeitslos oder alt sind: Für soziale und gerechte Politik.
Eine Gesellschaft, in der Jugendliche hier eine Perspektive haben, Frauen nicht an den Herd verbannt und Kinder nicht als Kostenfaktor betrachtet werden, ist realistisch - man muss es nur angehen. Mein Motto: „Ein Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag." Charly Chaplin

Wahlprognosen aus allen Lagern sagen übereinstimmend voraus: Stichwahl Walk - Wolf, Stichwahl Doht - Walk, Stichwahl Wolf - Doht. In der kreisfreien Stadt wird der sogenannte „schmutzige Wahlkampf" geführt mit gegenseitigen polizeilichen Anzeigen und verunstalteten Wahlplakaten sowie Pressemitteilungen, die im Nachhinein als Aprilscherze deklariert wurden. Allgemein und auch bei den Kandidaten wird vermutet - was teilweise bewiesen ist - das es das Werk der GRÜNEN OB-Kandidatin Gisela Rexrodt ist. Der fünfte (parteilose) Kandidat ist der Trauerredner Thomas Wenzl, der mit kommunaler politischer Arbeit bisher nicht in Erscheinung trat.Eisenach

(sj) - Ergebnisse am 22. April um 18.30 Uhr: Von 46 Wahllokalen sind 26 ausgezählt. Der von der CDU aufgestellte parteiunabhängige OB-Kandidat Raymond Walk liegt mit großem Abstand vorn. auf ihn entfallen 39 Prozent der Stimmen; auf die Kandidatin der LINKEN Katja Wolf 24,9 Prozent an dritter Stelle liegt Amtsinhaber Matthias Doht mit 17, 3 Prozent. Die Stimmung im „Goldenen Löwen" ist mies. In dieser Gedenkstätte in der Eisenacher Marienstraße wurde vor rund 150 Jahren die älteste Partei Deutschlands, die SPD, als Vertreterin der Arbeiterklasse gegründet.

 Im Cafe am Prinzenteich, wo die Eisenacher CDU die Wahlergebnisse erwartet, herrscht jetzt schon Party-Stimmung. Raymond Walk liegt uneinholbar vorn. Der Kräfte raubende Wahlkampf hat sich gelohnt, obwohl es zwischen Walk und Wolf am 6. Mai zur Stichwahl kommen wird.

 

Gegen 19.20 Uhr waren alle 46 Wahllokale ausgezählt. Raymond Walk kommt auf 38.9 Prozent, Katja Wolf auf 24,4 Prozent, Matthias Doht auf 17, 4 Prozent, Gisela Rexrodt auf 8,8 Prozent und der parteilose Thomas Wenzl auf 10,5 Prozent. Wenzl wurde sofort von den LINKEN in Beschlag genommen und gefragt, wem er bei der Stichwahl am 6. Mai seine Stimmen abgibt. Er äußerte sich nicht. Er lächelte. Selbst wenn er seine über zehn Prozent Katja Wolf gäbe, läge Walk immer noch uneinholbar vorn.

 

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