Heldburg (wotan) - Am 30. Juni 2012 hatten die Heldburger bei idealem Sommerwetter ihre Geschichte in lebenden Bildern mit wichtigen historischen Figuren dargestellt und entführten Einheimische sowie Besucher in vergangene Zeiten.
Die Heldburger Altstadt hatte sich herausgeputzt, 19 liebevoll gestaltete Höfe öffneten ihre Tore und informierten über Jagd und Wald, das Schneiderhandwerk, den Lehmbau, eine mittelalterliche Knetstube und das Sanieren fränkischen Fachwerks.
Auch das Stadtoberhaupt, Bürgermeisterin Anita Schwarz, war in einem mittelalterlichen Kostüm unterwegs, was bei Temperaturen über 30 Grad Celcius sicherlich kein Vergnügen war. Auf historischen Plätzen konnte man traditionelles Handwerk bestaunen, so Wagner, Hufschmied, Böttcher, Besenbinder, Töpfer, Seiler, Buchbinder, Schuster oder Korbflechter. Das Burgtheater Heldburg zeigte nach dem historischen Marktaufzug Hexenprozesse, die Gruppe INTERMUSICA-lisch musizierte über den ganzen Tag an verschiedenen Orten. Auf dem Marktplatz spielten die Heldburger Stadtmusikanten, Kaspertheater war am Hexenturm zu sehen und die Volkstanzgruppe Heldburg trat auf.
Mit Klassentreffen wurden auch ehemalige Heldburger an diesem Tag zu ihren Wurzeln eingeladen und hatten die Möglichkeit, in der alten Schule Klassenfotos zu betrachten.
Im Atrium, der neu sanierten Regelschule, konnten Interessierte in der Ausstellung „Explorata“ Naturwissenschaft zum Ausprobieren und Begreifen erleben. Am Alten Bahnhof waren die Ausstellungen „Bimmelbähnle“ und „Reisegepäck im Wandel der Zeiten“ zu besichtigen.
Auch das Stadtmuseum hatte geöffnet und erfreute sich regen Besucherinteresses. Das Atelier Hofmeister zeigte Fotos und alte Fototechnik. Werke des Malers Alfred Erhardt zum Thema „Heimkehr“ konnten in der Stadtkirche betrachtet werden. Eine Motorsägen-Ausstellung auf dem Häfenmarkt rundete das Ausstellungsangebot ab. Hobbybastler Ernst Langert aus Hellingen war mit seinem Fußballtraktor gekommen, hätte aber sicherlich bei einer deutschen Finalteilnahme mehr Begeisterung ausgelöst.
Heldburg beging würdig sein 1175-jähriges Jubiläum und für die zahlreichen Gäste war es ein nachhaltiges Erlebnis. Dank gilt auch den vielen Darstellern, die in ihren historischen Kostümen an diesem Hochsommertag viele Liter Schweiß vergossen haben dürften.
Noch keine Kommentare vorhanden