Ummerstadt (wotan) - Im Kalender für 2011 des Landratsamtes ist der Monat Mai Ummerstadt gewidmet.
Am 17. Oktober 2012 begeht die Thüringer Kleinstadt Ummerstadt ihr 1.175-jähriges Jubiläum, denn am 17. Oktober 837 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung in einer Schenkungsurkunde des Gaugrafen Asis an das Kloster Fulda. Im Jahr 1150 wird Ummerstadt erstmals als selbständige Pfarrei erwähnt und am 01 Februar 1223 vereinbaren der Bischof Otto von Würzburg und der Abt des Klosters Neustadt am Main in einer gesiegelten Urkunde den Tausch von Gütern zu Ummerstadt.
Einem Schriftstück des Grafen Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen zufolge, könnte Ummerstadt um 1319 bereits Stadtrecht besessen haben, denn es ist von „opidum Vmerstat“ die Rede, was befestigtes Landstädtchen Ummerstadt bedeutet. Eindeutig ist das Stadtrecht von Ummerstadt in einer Urkunde des Thüringer Landgrafen Balthasar vom 02. Dezember 1394 belegt, in welcher der Stadt erlaubt wurde, zwei Jahrmärkte und freie Wochenmärkte abzuhalten.
Im Jahr 1603 fiel Ummerstadt an das Herzogtum Sachsen-Weimar, kam 1675 zum Herzogtum Sachsen-Gotha und 1680 zum Herzogtum Sachsen-Hildburghausen. Von 1826 bis zum Ende des 1. Weltkrieges gehörte Ummerstadt zum Herzogtum Sachsen-Meiningen. Anfang des 17. Jahrhunderts war eine Blütezeit von Ummerstadt, 1618 zählte die Stadt 775 Einwohner, in den Ställen und auf den Weiden befanden sich ca. 40 Pferde, 360 Rinder und 1.000 Schafe sowie 130 Schweine.
Mit dem Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618 begann der 30-jährige Krieg und auch für Ummerstadt eine schwere Zeit. Ein besonders furchtbarer Tag für Ummerstadt war der 14. Oktober 1632, als kaiserliche und kurbayrische Truppen in die Stadt einfielen und diese ausraubten und verwüsteten. Mehr als die Hälfte der Häuser, darunter die Stadtkirche, die Schule, das Rathaus und beide Pfarrhäuser sind durch Brandstiftung zum größten Teil zerstört worden. Der zweite große Überfall auf die Stadt wurde am 22./23. Oktober 1634 von den „Lamboyschen Reutern“ und dem „Adelshöfischen Fußvolk“ begangen. Den Bürgern wurden alles Vieh, Getreide, Kleider und Hausrat weggenommen. Im Jahr 1635 grassierte in Ummerstadt die Pest und forderte 195 Menschenleben. Am 15. Juli 1645 ist Ummerstadt von den Truppen des schwedischen Generals Königsmark überfallen und ausgeraubt worden. Nach Ende des 30-jährigen Krieges lebten in Ummerstadt noch etwa 100 Menschen und von den ursprünglichen 116 Häusern waren 80 zerstört.
Nur langsam erholte sich die Stadt von den Kriegsfolgen und durch Zuwanderung wuchs auch die stark dezimierte Bevölkerung wieder. Handwerk und Handel konnten bald erneut aufblühen. Es begann auch die Entwicklung der Töpferei, die Ummerstadt weit über seine Grenzen hinaus bekannt machte. Den Ton fand man in den benachbarten Fluren von Colberg und Gemünda. Als am 08. Mai 1727 die Töpferinnung eingeweiht wurde, betrieben bereits dreizehn Töpfermeister ihr Handwerk, stellten hauptsächlich Gebrauchsgeschirr, wie Teller, Tassen (Häfen) und Krüge her, welches oft mit lustigen Sprüchen dekoriert war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlitt die Töpferei eine schwere Krise und starb nach dem 2. Weltkrieg ganz aus. Im Jahr 1952 wurden 26 Personen im Rahmen der Aktion „Ungeziefer“ aus Ummerstadt in den Raum Arnstadt zwangsumgesiedelt. Auch 1961 erfolgten bei der Aktion „Kornblume“ Zwangsaussiedlungen. Zu DDR-Zeiten war Ummerstadt unmittelbares Grenzgebiet. Die meisten Bewohner arbeiteten in der LPG und hatten mit der Grenzlage finanziell keine Not. In der Wendezeit ist im Januar 1990 die Grenze geöffnet und die Verbindung nach Weitramsdorf wieder hergestellt worden. Einer der aus dem Grenzgebiet 1952 Vertriebenen ist der Vorsitzende des Historischen Vereins Ummerstadt, Eberhard Eichhorn, der 1958 in die BRD ging, als Berufssoldat bei der Bundeswehr diente, nach der Wende die NVA mit auflöste und nach Ummerstadt ins Vaterhaus zurückgekehrt ist.
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