Kammerborn (cj). Die 46 Mitglieder vom Heimatverein Cammerborn sind immer rege, wenn es darum geht den Ort und alles um den Ort herum zu verschönern. „Dazu gehört unter vielen anderen Dingen auch die Beetpflege an der Bundesstraße", erklärte Roland Gruhne (Schriftführer). Das Cammerborner Erntefest feierte der Heimatverein Cammerborn in diesem Jahr allerdings zum ersten Mal. „Es ist gut gelungen", stellte Andreas Deisel (1. Vors.) am Ende des Tages zufrieden fest. Wenn Martin Adolph (Kassenwart) dann im Anschluss an das Erntefest den Kassensturz macht, wird auch er nicht zu klagen haben, denn Besucher gab es zur Genüge.
Wer wollte, konnte die frisch geernteten Kartoffeln beim Cammerborner Erntefest gleich mit nach Hause nehmen.
© Junginger
Während interessierte Besucher direkt am Kartoffelacker zusehen konnten, wie noch in 50-iger Jahren die Kartoffeln gerodet und mit der Hand aufgelesen wurden und dabei durch den Geruch der Erde direkt an frühere Zeiten erinnert wurde, war im Unterdorf schon die beschauliche Festmeile für die geernteten „Granolas", „Bamberger Hörnchen", „Blaue Schweden", „Salad Blues" und „Anuschkas" in vollem Gange. Da die Kartoffelernte durchaus gut ausgefallen war, wurde die Ernte auf der Festmeile direkt vom Wagen aus zum Kauf angeboten. Wer konnte, nahm gerne ein paar Kilo Kartoffeln mit. Wer an dem schönen Spätsommertag gleich ein Kartoffelgericht kosten wollte, hatte die Wahl: Reibekuchen, Kartoffelsuppe, Folienkartoffeln oder Pommes und dazu leckeres vom Grill, Fisch oder Wildspezialitäten.
Die Knickbornstraße war beim Erntefest für den Autoverkehr gesperrt. Ganz entspannt schlenderten die Besucher von Stand zu Stand über den kleinen Markt auf dem Herbstdekos, handgemachte Seifen, Schmiedekunsthandwerk, Blumengestecke und z.B. Honig angeboten wurden. Bei den Seilern aus Sohlingen konnten Seile hergestellt werden und der Sportverein hatte für die Kinder „Wettschälen" und Batiken mit Kartoffeldruck angeboten. Andere Kinder vergnügten sich mit Filzen und wieder andere bestaunten alten Acker- Forst- und Handwerksgeräte und die schön restaurierten Traktoren der Treckerfreunde aus Silberborn. In einer großen Scheune am Ende der Festmeile, hatten der Heimatverein Cammerborn eine kleine Ausstellung aufgebaut. Aus ganz unterschiedlichen Kammerborner Haushalten kamen die Gegenstände, die sich in der liebevoll gestalteten Ausstellung wie selbstverständlich beieinander fügten. Vom Schleifstein über Sägen, Äxte, Pflüge, frühe Motorsägen, Tongefäße, Wäsche, einem Blaudruck-Rock sowie einer kleinen Fotogalerie – es war alles dabei, damit sich die Besucher ein Bild von einem ländlichen Alltag vor der Modernen vorstellen konnten. Ein besonderes Schmuckstück unter den Ausstellungsstücken stand an einer Ecke in der Knickbornstraße: der alte Spritzenwagen der Feuerwehr.
Gegen Ende des Erntefestes, als die Musikanten der Blaskapelle Schönhagen schon längst ihre Instrumente eingepackt hatte und sich am Getränkepilz tummelten, zeigte sich Andreas Deisel (1. Vors.) sehr zufrieden über das gelungene 1. Cammerborner Erntefest. Zurecht werden die Gäste sagen, denn nicht nur das Wetter hatte bei dem Ausflug in die Knickbornstraße mitgespielt, sondern die Kammerborner hatten mit dem Erntefest eine schöne, historisch sehr gut erhaltene, typisch süd-niedersächsische Dorfstraße über die Kartoffeln in den Mittelpunkt eines beschaulichen Sonntags gestellt.
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