Information zur aktuellen regionalen EHEC-Häufung im Landkreis Holzminden

Vier EHEC-Fälle im Landkreis Holzminden

Kreis Holzminden (oz) - Ein 79jähriger Mann aus dem Landkreis Holzminden ist am 21. Juni 2011 im Zusammenhang mit einer bislang kulturell unbestätigten EHEC-Infektion in einem der Krankenhäuser im Landkreis verstorben. Er war seit Anfang Mai 2011 wegen schwererer internistischer Grunderkrankungen, u.a. wegen einer langjährigen chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, stationär behandelt worden. Bislang liegt allerdings kein mikrobiologischer Nachweis des epidemischen Escherichia coli-Stammes O104:H4 vor. Die umfangreichen Ermittlungen des Gesundheitsamtes ergaben keine Hinweise auf eine mögliche Infektionskette.

Derzeit sind im Landkreis Holzminden vier laborbestätigte EHEC-Erkrankungsfälle sowie ein HUS-Fall bekannt.

In vorschulischen und schulischen Gemeinschaftseinrichtungen sind keine Gruppenerkrankungen beobachtet worden.

Zur Erfassung der Kontaminationsquellen und möglichen Infektionswege werden weiterführende Recherchen mit Hilfe von standardisierten Fallfragebögen durch das Gesundheitsamt in Abstimmung mit dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt durchgeführt.

Aufgrund des gravierenden Infektionsausbruches im Mai 2011 wird durch das Robert-Koch-Institut aus vorsorgenden Gründen auch weiterhin empfohlen, auf den Verzehr von rohen Sprossen, bis zur Aufklärung der genauen Ausbruchsursache, zu verzichten.

Die wegen der EHEC-Epidemie geltende Warnung vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate wurde durch das Robert-Koch-Institut wieder aufgehoben.

Aus allgemeinhygienischer Sicht sollten Gemüsesorten generell vor dem Konsum gründlich gewaschen (mind. 30 sec. mit kräftigem Reiben, möglichst warmes Wasser verwenden) und ggf. geschält werden. Das Waschen und Schälen von Gemüse bewirkt eine Reduktion der Keimzahl und verringert damit das Infektionsrisiko.

Der Erreger kann auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, vor allem durch eine sogenannte Schmierinfektion (fäkal-oral) aufgrund mangelnder Hygiene. Der beste Schutz gegen diese Übertragung ist gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife und sorgfältiges Abtrocknen

• vor der Zubereitung von Speisen,
• vor dem Essen,
• nach dem Toilettengang
• nach Kontakt mit Tieren.

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