Fortbildung für Fachkräfte aus Kinder- und Jugendhilfe

Braucht Soziale Arbeit soziale Medien?

Holzminden (ozm) - Schon immer hat sich die professionelle Jugendarbeit darum bemüht, Jugendliche in dem sozialen Umfeld abzuholen, in dem sie sich befinden. Doch seit es soziale Medien wie Snapchat, Instagram oder Whatsapp gibt, muss sich diese Herangehensweise neu definieren. Denn was sich schnell und einfach bewerkstelligen lässt, birgt auch Risiken in sich. Zum dritten Mal hat die Kreisjugendhilfe den Hannoveraner Moritz Becker von smiley – Verein zur Förderung der Medienkompetenz zu Gast. Im Familien- und Kulturzentrum Drehscheibe wird Becker am Mittwoch, 22. Mai, darüber referieren, wie on- oder offline Beziehungsarbeit heutzutage sein sollte.
Kinder und Jugendliche nutzen WhatsApp, Instagram und Snapchat, Kommunikation per E-Mail dagegen scheint wie aus einer anderen Welt. Für immer mehr Praktikerinnen und Praktiker aus der Jugendarbeit scheint damit der Fall klar: Auch Sozialpädagogen sollten auf dieser Ebene mit den Jugendlichen kommunizieren. Denn schließlich lassen sich die Jugendlichen in den sozialen Medien schnell und unkompliziert erreichen. Doch es gibt auch Stimmen, die vor einer aktiven Nutzung von beispielsweise WhatsApp für die Kommunikation zwischen Jugendsozialarbeitern bzw. –arbeiterinnen und Klienten warnen. Und das nicht nur in Hinsicht auf datenschutzrechtliche Belange. Wichtiger noch scheint zu sein, dass in vielen Fällen die professionelle pädagogische Rolle in sozialen Medien mit Privatem zu verschwimmen droht.
Entsprechend will Moritz Becker mit seinem Vortrag näher erläutern, wie eine scheinbar ständige Verfügbarkeit über WhatsApp sich auf den Alltag von Sozialarbeit und Klienten auswirkt. Was berücksichtigt werden muss, um Privates und Dienstliches konsequent zu trennen. Und was passieren kann, wenn nicht alle betreuten Jugendlichen ein funktionierendes Smartphone besitzen? In dem Vortrag soll es darüber hinaus auch darum gehen, welche inhaltliche Verantwortung eine Fachkraft übernehmen muss, wenn es in einer WhatsApp-Gruppe während ihrer digitalen Anwesenheit zu extremistischen Äußerungen oder zu Konflikten bis hin zu Cybermobbing kommt? Und schließlich sollen auch datenschutzrechtliche Aspekte zur Sprache kommen.
Wie das professionelle Sozialarbeit-Klienten-Verhältnis in sozialen Medien aufrechterhalten werden kann, soll in der dreistündigen Fortbildung genauer geklärt werden. Zielgruppe für die Veranstaltung sind alle pädagogischen Fachkräfte aus Bereichen der Jugendhilfe sowie der offenen Kinder- und Jugendarbeit und außerschulischen Jugendbildung. Moritz Becker hat in der Vergangenheit mit seiner humorvollen Art, zu referieren, alle Teilnehmenden zu begeistern gewusst und wird sicher auch diesmal wieder für einen kurzweiligen Vortrag sorgen.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 22. Mai, von 9.30 bis 12.30 Uhr in der Familien- und Kulturzentrum Drehscheibe, Sollingstr. 101, statt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, sich bei einem Imbiss auszutauschen. Die Teilnahmegebühren betragen 15 Euro. Anmeldungen können Sie unter Tel. 05531/707431 vornehmen. Fragen beantwortet Esra Ates, Fachkraft Jugendschutz, unter Tel. 05531/707240. Sie können sich auch per E-Mail an kreisjugendpflege@landkreis-holzminden.de anmelden oder Fragen stellen.

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