Ambitioniertes Bauprojekt in Schöneberg

Altes Fachwerkhaus wird zu modernem Wohnraum

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V.l.: Alex und Helmut Grandjot unter der freigelegten Jahreszahl 1832.

© Foto: Aderholz

Von Kerstin Aderholz

Schöneberg - Helmut und Alex Grandjot haben in Schöneberg ein Projekt in Angriff genommen, an das sich nur wenige Enthusiasten wagen würden: ein riesiges Fachwerkhaus inklusive Scheune wird hier in modernen Wohnraum umgewandelt. Der Begriff „modern“ bezieht sich allerdings nicht auf die Baumaterialien, sondern auf die Ansprüche, die heute an eine Wohnung in Bezug auf Komfort, Schnitt und Barrierefreiheit gestellt werden. Dabei haben Vater und Sohn eine sehr genaue Vorstellung vom späteren Ergebnis.
Im Haupthaus entstehen insgesamt zehn Wohnungen unterschiedlicher Größen im Erdgeschoss und im ersten Stock sowie drei Ein-Zimmer-Unterkünfte im Dachgeschoss. In der ehemaligen Scheune finden drei weitere große Wohnungen Platz. Balkone und Terrassen bieten die Möglichkeit der kurzen Wege ins Freie.
Der Innenhof und der Garten mit Spielmöglichkeiten für Kinder soll dann allen Bewohnern zur Verfügung stehen.

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Hier sieht man die Lehmwände des Hauses in verschiedenen Aufbaustadien.

© Foto: Aderholz

Bei den aufwendigen Sanierungsarbeiten spielt der Baustoff Lehm eine zentrale Rolle. Für Helmut und Alex Grandjot ist die Verwendung dieses Werkstoffs ein Muss, denn abgesehen von einem gesunden Raumklima und hervorragenden Dämmeigenschaften verhalten sich der Lehm und die Holzbalken des Gefaches in Sachen Ausdehnung und Zusammenziehen je nach Feuchtigskeitgrad der Umgebung nahezu gleich. Was ebenfalls auffällt ist, dass auch in großen, leeren Räumen mit Lehmwänden kein Halleffekt entsteht und sich sogar auf einer Baustelle im Rohbaustatus ein Wohlfühlfaktor einstellen kann - vorausgesetzt, es pfeift gerade kein eisiger Wind durch die noch nicht vorhandenen Fenster.
Abgesehen von den üblichen unangenehmen Überraschungen, die nahezu jedes alte Fachwerkhaus in Hülle und Fülle zu bieten hat, stößt man aber auch immer wieder auf interessante Details. Zum Beispiel wurde bisher angenommen, dass das Haus im späteren 19. Jahrhundert errichtet wurde. Beim Freilegen der Wände im ersten Stock stießen die Arbeiter dann auf die mit Fingern in den Lehm gezogene Jahreszahl 1832. So gibt auch dieses Fachwerkhaus in Schöneberg immer wieder ein paar Geheimnisse preis.
Einen Mangel an Anfragen seitens potenzieller Mieter ist für das Haus übrigens nicht zu befürchten. Im Gegenteil haben bisher bereits viele ihr Interesse an einer Wohnung bekundet. Allerdings liegt Helmut und Alex Grandjot in Bezug auf die zukünftigen Mieter besonders am Herzen, dass hier eine Hausgemeinschaft entsteht, deren Mitglieder gut zusammen passen, sich ergänzen und gern miteinander unter einem Dach leben. Dafür werden auch Gemeinschaftsbereiche außerhalb der einzelnen Wohnungen geschaffen, in denen sich die Bewohner treffen und Zeit miteinander verbringen können.
Wenn alles nach Plan verläuft, wird das ambitionierte Projekt von Helmut und Alex Grandjot noch in diesem Jahr fertig gestellt.

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