Unstrut-Hainich-Kreis (ihk) - Knapp 90 Prozent der Unternehmen im Kreis halten die Anzahl ihrer Beschäftigten stabil bzw. planen geringfügig Neueinstellungen (9 Prozent). Dies ist das Ergebnis der Konjunkturauswertung der ersten vier Monate im IHK Bezirk.
Die Industrie im IHK-Bezirk präsentiert sich trotz Fachkräfteproblematik in guter Verfassung. Ein stabiler Auftragseingang und eine Kapazitätsauslastung von 80 bis über 90 Prozent bei 91 Prozent der Befragten sorgen für eine positive Ertragslage. So arbeiten 57 Prozent mit Gewinn und 31 Prozent kostendeckend. Der überwiegende Teil der Industrie-Manager blickt daher optimistisch in die Zukunft. Das Exportgeschäft ist jedoch leicht rückläufig. Auch die Probleme in einigen Ländern der Europäischen Union dämpfen die Zuversicht der exportorientierten Firmen. Im Baugewerbe hat sich die Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Man profitiert von der milden Witterung und der zunehmenden Nachfrage im Wohnungsbau. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit, verbesserte Einkommenserwartungen und vor allem das zurzeit niedrige Zinsniveau machen sich positiv bemerkbar. Thüringenweit berichten daher 30 Prozent der Bauunternehmer von einer guten und immerhin 46 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Dagegen ist man bei dem Blick auf die Zukunft pessimistisch eingestellt und jeder Vierte äußert sich kritisch. Auch der Einzelhandel spürt eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Dies schlägt sich zunehmend im Kaufverhalten und der Kaufkraft nieder. Bei der Mehrzahl der Einzelhändler im IHK-Bezirk laufen die Geschäfte daher zufriedenstellend (59 Prozent) und bei 17 Prozent sogar gut. 43 Prozent arbeiten kostendeckend und 22 Prozent der Befragten verzeichnen wieder leichte Gewinne. Die Verkaufspreise - so schätzen ca. 60 Prozent der Händler sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel - werden aufgrund der gestiegenen Kosten steigen. Die Lagerbestände sind saisonüblich und geben keinen Grund zur Sorge. Die unternehmensnahen Dienstleister sprechen ebenso von einer guten bis befriedigenden Geschäftslage. Die Mehrzahl der Betriebe kann sich über gut gefüllte Auftragsbücher freuen und bewegt sich in der Gewinnzone. Jedoch befürchteten 31 Prozent für die kommenden Monate eine ungünstigere Geschäftsentwicklung. Im Gastgewerbe hat sich die gegenwärtige Geschäftslage kaum positiv entwickelt. Aber nur noch 18 Prozent (im Vorjahr 27 Prozent) arbeiten mit Verlust. Schwierigkeiten hat man vor allem mit dem Fach- und Hilfskräftemangel in der Branche. Trotzallem sind die Gastronomen Optimisten, denn jeder Dritte erwartet eine günstigere Geschäftslage. Nicht so gut sieht es im Verkehrsgewerbe aus. 52 Prozent sind mit der Geschäftslage zufrieden, aber 36 Prozent bewerten sie als schlecht. Die Kapazitätsauslastung ist nicht optimal, so dass nur 25 Prozent kostendeckend zu arbeiten, 67 Prozent mit Verlust. Die hohen Kraftstoffpreise schmälern ebenfalls die Ertragslage. Investiert wird deshalb auch maximal im Ersatzbedarf. 21 Prozent erwarten zukünftig eine günstigere und 54 Prozent eine gleichbleibende Geschäftslage. Das Bankgewerbe beurteilt seine aktuelle Geschäftslage überwiegend mit gut (62 Prozent - im Vorjahr noch 83 Prozent) und zu 38 Prozent mit befriedigend. Die Gewinnlage hat sich bei 39 Prozent der Befragten verschlechtert. Das Privatkunden-Kreditgeschäft ist analog dem Betriebsmittelkredit etwa gleich geblieben. Die Kreditvergabe für Investitionen ist leicht rückläufig. Für die Zukunft erwartet man eine kaum veränderte Geschäftslage. Die regionalen Unternehmen beurteilen ihre gegenwärtige Geschäftslage mit gut (26 Prozent) und immerhin 61 Prozent sind durchaus zufrieden. Auch mit Blick auf die Zukunft erwarten nur 15 Prozent einen ungünstigeren Geschäftsverlauf, 27 Prozent rechnen mit einem günstigeren und 58 Prozent erwarten gleichbleibende Geschäfte. Die Investitionsausgaben im Kreis bewegen sich eher auf dem gleichbleibenden Level der vergangenen Jahre, denn nur 5 Prozent planen dafür mehr Geld ein. Fazit: Das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt zeigt, dass aufgrund der gut bzw. befriedigt gehenden Geschäfte, die Firmenchefs die aktuelle Geschäftslage und die Aussichten für die kommenden Monate positiv beurteilen. Das lässt auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung der regionalen Wirtschaft hoffen. Die Euro-Krise bleibt jedoch ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Die größten wirtschaftlichen Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Unternehmens sehen die Manager bei den Energie- und Rohstoffpreisen, den Arbeitskosten und dem zunehmendem Fachkräftemangel. Gut ausgebildete Fachkräfte sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe. Qualifiziertes Personal und Ausbildung der eigenen Fachkräfte sind daher nicht zu unterschätzen und wichtiger denn je.
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