Schleiz/Waltershausen (TRF/cb) - Auf der Achterbahn rund um Deutschlands ältesten Motorsportrennkurs lieferten sich Hobbysportler aus ganz Deutschland wieder heiße Duelle. Am Sonntag war also nicht Motorenstärke sondern Muskelkraft gefragt.
Bei der dritten Auflage des größten Jedermann-Radsportevents in Thüringen nahmen so viele Sportlerinnen und Sportler die drei angebotenen Distanzen in Angriffen, wie bei keiner der vergangenen Starts.
750 gemeldete Teilnehmer strampelten auf den Langdistanzen beim German Cycling Cup um Punkte und Pokale.
© Foto: TRF/THAuf einer 30 km-Schleife für Einsteiger wetteiferten über 100 Starter. Den Heimvorteil auf ihren Haustrecken rund um Schleiz nutzte die Plauenerin Stephanie Hermann. Die 21-jährige benötigte nur 53 Minuten und 54 Sekunden. 7 Minuten schneller war der Sieger bei den Männern, Alexander Akel aus Freital.
Anspruchsvoller auf dem welligen Profil entlang des Ostthüringer Schiefergebirges war der Kurs des Rennens über 74 Kilometer. Dabei konnte sich das Team Sonosan-Multipower3 gleich über einen Doppelsieg freuen. Dani Bley (Garrel) gewann zeitgleich vor Andre Döbbelt (Düsseldorf). Das Podium komplettierte der Geraer Frank Hässelbarth (Team Jenatec 2). Die schnellste bei den Damen war Susanne Lange (FC Deutsche Post, Bochum) vor Bettina Gerke (Team Drinkuth Madelz 1, Hannover) und Brigitte Krambehr (Treff am Turm, Braunschweig).
Auch an das längste Rennen über 145 Kilometer wagten sich die Damen am Muttertag. Nach den Siegen in Köln, Göttingen und Frankfurt konnte Beate Zanner (merkur-druck.de, Gera) ihrer Favoritenrolle gerecht werden und fuhr souverän den vierten Sieg im vierten Rennen ein. Auf dem Podium eingerahmt wurde sie von Monika Dietl (Sonosan-Multipower 2, Freising) und Bettina Lambracht (Sonosan-Multipower 5, Lemgo).
Ein spannendes Rennen entwickelte sich bei den Männern über die lange Distanz. Gleich in der ersten Runde hatte sich eine 9-köpfige Spitzengruppe gebildet. Alle großen Mannschaften waren mit jeweils einem Fahrer vertreten, so dass der Vorsprung schnell auf über zwei Minuten anwuchs. Eine erste Attacke aus der Spitzengruppe setze der Leipziger Thomas Grawunder (Team Ur-Krostitzer Univega). Mit einigem Abstand konnten nur Daniel Knyss (merkur-druck.com, Köln) und Paul Sicking (Sonosan-Multipower2, Münster) folgen. Nachdem die drei ihre Kräfte vor der großen Verfolgergruppe mit 100 Fahrern lange Zeit gebündelt hatten, nutze Daniel Knyss den letzten Anstieg bei Raila fünf Kilometer vor dem Ziel. Auf der Zielgeraden des Schleizer Dreiecks hatte er genug Zeit das Trikot zu richten und den Solosieg zu feiern. Den Sprint um Platz 2 gewann Grawunder vor Sicking.
Belohnt wurde Thomas Grawunder für seinen offensiven Fahrstil mit der neuen Gesamtführung im German Cyling Cup. Bei den Frauen führt weiterhin souverän Beate Zanner. Bis zum Finale in Münster am 3. Oktober sind es aber noch sieben Rennen.
Traditionell bereits am Vorabend hatten die Pedalritter aus ganz Deutschland zusammen mit ihren rührigen Gastgebern ihr Jedermann-Festival mit einer zünftigen Pasta-Party eröffnet. Im Rahmenprogramm startete der Radportnachwuchs vor großem Publikum zu den Kreisjugendspielen.
Begeistert zeigten sich die Jedermänner und –frauen wieder über die hervorragende Organisation. Die mehr als hundertköpfige Helfer- und Betreuerschar um den Sportbeauftragten Marko Bias zeigte sich dem Ansturm der Hobbyrenner in jeder Phase gewachsen und hatte für jeden Teilnehmer zum üppigen Starterpaket (mit Sportsocken, Rennflasche und dopingfreien Stärkungsmitteln jeglicher Art) auch im größten Trubel immer noch ein freundliches Lächeln übrig.
Allen voran die 55 Polizisten mit Polizeieinsatzleiter Wohlmuth in Funkstreifenwagen und auf Krädern (und letztlich sogar einem Helikopter) sorgten für sicheres Geleit. Über 200 Helfer der Freiwilligen Feuerwehren sicherten in allen Ortspassagen die sonst so selten anzutreffende Vorfahrt für Radfahrer. Und schließlich standen über 30 Ärzte und Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz bereit, im Falle eines Falles erste Hilfe zu leisten.
Am Ende des Tages zeigte sich auch Vera Hohlfeld hochzufrieden. „Schon jetzt freuen wir uns auf die nächste Auflage 2013“. Die Gesamtleiterin, die in den 90er Jahren zu den besten Rennfahrerinnen der Welt zählte und mit ihrer Thüringer Sport Marketing GmbH auch für die Internationale Thüringen Rundfahrt der Frauen verantwortlich zeichnet, nannte die Veranstaltung „ein Fest für den Thüringer Radsport, und bedankt sich herzlich bei all den vielen Helfern und unseren Gastgebern in Schleiz“.
In sieben Wochen sind sie und ihre Rundfahrt-Mitstreiter Steffen Schumacher und Torsten Holz schon wieder zu Gast in der Rennstadt im Thüringer Oberland. Am 18. Juli endet hier die 2. Etappe der 25. Internationalen Thüringen Rundfahrt der Frauen.
Weitere Informationen und Ergebnisse zum Jedermann-Rennen:
www.schleizer-dreieck-jedermann.de
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