Jena (Dr. Al-Kuwaiti) - Diesen Text schreibe ich auf die Bitte vieler deutscher Freunde die von dem Thema fasziniert sind, und gern mehr darüber wissen möchten, wie die Stadt Ur im Gebiet des Marschlandes von Mesopotamien in die Bibel kam. Ich vermute dass die Vorsilbe Ur- in der deutschen Sprache aus der Bibel stammt und im Namen der Stadt Ur wurzelt.
Das Leben kam aus dem Wasser, so wie der Glaube sagt: „Gott schuf alles Leben aus Wasser.“ Die Zivilisation wurde immer gebaut wo das Wasser lag. Nach der Epoche in welcher Jemen das glückliche Land genannt wurde, zur Zeit der Königin Belqiess kam eine große Dürre.
Das war damals vor fünftausend Jahren. Auf der Flucht vor dieser Dürre wanderten die so genannten semitischen Menschenwellen aus dem Jemen nach Norden.
Das Wort semitisch kam aus dem Namen von Adams Sohn. Er hieß Sam wie der Glaube erzählt.
Teile von diesen Auswanderungswellen hielten an und verteilten sich auf Nachbarländer wie Oman, Arabien und Bahrain, andere Teile wanderten weiter nach Norden bis nach Syrien, bis zur Türkei und in andere Teile Nordafrikas.
Das Zweistromland war attraktiv für die Wanderer wegen der Nähe zum Wasser.
Die erste bekannte Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Irak war die Stadt Ur am Golf mit den Naturwundern des Marschlandes, die nicht nur für Tiere und Menschen wertvoll sind, sondern auch für die Pflanzen.
Ur lag zu seiner Zeit direkt am Golf. Heute liegt es auf dem Gebiet von Nasiriyah in der Nähe der Stadt Basrah. Dass sich Ur heute nicht mehr an der Küste befindet, liegt daran, dass Euphrat und Tigris über die Jahrtausende immer mehr Lehm zum Golf getragen haben. Inzwischen sind von Ur nur noch Ruinen übrig. Die Menschen im Marschland von Ur hatten eine ganz einzigartige Kultur und Lebensweise, die bis heute erhalten geblieben ist.
Zu unserer Zeit wurden unter einem See im Irak Erdöl-Quellen entdeckt.
Der Punkt an dem beide Ströme zusammen treffen nennt sich Al Qurnah (Horn). Man glaubt am Horn war das Paradies und der Vater aller Menschen, Adam. Der Baum als Denkmal steht mit einem Schild daneben. Man glaubt Abraham der Vater gebar alle drei Religionen in Ur.
Zu Saddam Husseins Zeit wollte der Papst Johannes Paul II bevor er starb die alte Stadt Ur besuchen. Damals stand Irak unter Embargo.
Die Archäologen haben von Ur viele weitere Zeugnisse gefunden. Es gilt als bewiesen dass dort das älteste Volk der Erde, die Sumerer lebte.
Auf ihrer Wanderung brachten sie auch ihre Kultur, den Weihrauch und Gewürze mit.
Bis in die heutige Zeit leben die Einwohner dort harmonisch zusammen.
Zurzeit leben die drei Religionen gemeinsam friedlich. Die Klans sind miteinander verwandt. Der Zusammenhalt ist jetzt noch mehr verstärkt als bisher.
Ihre Besonderheiten blieben bis heute erhalten.
Man sieht die Pflanzen- und Tierarten, die Menschen mit ihrer Lebenskultur und Sprache. Es blieb ihr eigener Dialekt und die alten verschiedenen Religionen leben tolerant zusammen. Wasser und Sonne einigen alle weil es wichtig ist im Leben.
Auf diesem Gebiet wo die erste Gitarre, die erste Flöte, das erste Kanu, das erste Netz, der erste Sänger, der erste Dichter der Welt und die klassische Jagd auf Fische und Vögel erschaffen wurden, begann man auch mit dem züchten von Büffeln. Diese Lebensart findet man nur hier. Auch Art ihre Häuser aus Papyrusstauden und Schilf zu bauen ist erhalten geblieben. Die Häuser stehen auf Stelzen im Wasser und die Menschen bewegen sich und ihre Lasten mit Kanus zwischen den Häusern.
Diese Häuser werden gebaut, indem auf den Grund des Wassers Bündel aus Papyrusstauden und Schilf aufgeschichtet werden bis sie die Wasseroberfläche erreichen. Dann werden darauf Bögen aus Papyrusstauden errichtet und mit Schilf bedeckt. Diese Häuser werden „Tschiebaisch“ genannt.
Auch ihre Kanus bauen sie aus Bündeln von Papyrusstauden und dichten sie am Schluss mit einer Asphaltschicht ab.
Die Sumerer hatten schon 5000 Jahre vor Kolumbus die Welt bis nach Afrika und Indien mit diesen Kanus erkundet und bis heute nutzen die Ma’dan (die Nachfahren der Sumerer) diese Art Kanu als einziges Verkehrsmittel auf dem Wasser.
Und auch der Handel mit der alten Welt mit Weihrauch, Salz und Gewürzen erfolgte damals über den Meeresweg mit solchen Kanus.
In unserer Zeit hat eine Gruppe von Abenteurern ähnliche Kanus gebaut und getestet ob eine solche Fahrt vom Golf von Basra aus übers Meer bis nach Indien und Afrika mit den damaligen Mitteln realisierbar ist.
Die Bewohner in diesen Gebieten suchen ihre Nahrung, jagen Fische und Vögel und züchten ihre Wasserbüffel. Aus der Büffelmilch erzeugen sie verschiedene Milchprodukte, zum Beispiel sehr würzigen Käse und sie machen daraus als einzige auf der Welt eine Rolle aus dicker Sahne, die zunächst aus gekochter Milch auf der sich oben Haut bildet, hergestellt wird. Die Haut auf der Milch wird so fest, dass sie als äußere Schicht die Rolle umhüllt deren Inhalt sahnig, weich und cremig bleibt.
Aus der Papyrusstaude gewinnt man gelbes süßes Pulver. Sie modellieren daraus mit den Fingern Figuren als Süßigkeiten, die wie Schwefelstücke aussehen. Die Papyrusstaude kann man auch roh essen. Man isst die Wurzel und weiter oben bis zu der Stelle wo es zu hart wird. Den essbaren Teil nennt man „Aieged“. Sie machen aus Schilf Futter für ihre Büffel und aus Papyrusstauden Fußbodenmatten und auch fladenförmigen Brennstoff und aus getrocknetem Büffelmist.
Wenn sie viel Fleisch und Fisch haben, salzen es ein und lassen es trocken.
Dann essen sie es in Suppe, Soße oder kochen und essen es und mit frischem geräucherten Fisch.
Manchmal grillen sie auch ihren Fisch. In einem Loch im Boden wird ein Feuer aus gebranntem Mist entfacht und darauf der Fisch gegrillt. Für leckerstes Brot aus Reis wird zuerst ein dicker Reisbrei gekocht. Dann werden daraus Fladen geformt. Danach werden die Mistfladen angezündet bis sie zu Asche verbrannt sind und nun legt man die Reisfladen auf die heiße Asche.
Aus Reismehl machen sie auch eine Art Pfannkuchen ohne Eier, Zucker oder Fett nur aus Reismehl und Wasser. Sie werden auf der Rückseite der umgedrehten heißen Pfanne gebacken.
In dieser Gegend leben viele seltene exotische Tierarten. Wasserhunde mit orangefarbenem Fell und viele Schlangenarten, auch Giftschlangen. Es gibt auch eine seltene Wolfsart.
Die Bewohner jagen ihre Fische oder Wasservögel mit einem Speer der in einer Eisenspitze endet und auf arabisch „Vaale“ heißt oder einem Netz.
Die Wasservögel kommen im Winter aus Europa geflogen. Vor allem aus Sibirien. Saddam Hussein zu seiner Zeit versuchte die Niederungen trocknen zu lassen weil die Menschen beim Widerstand gegen ihn versuchten sich zu verstecken ähnlich wie beim Vietnamkrieg. Darum nennen die Iraker dieses Gebiet auch scherzhaft „Viethors“. Die Iraker und die Vietnamesen kämpfen im Buschwasser oder Niederungen. Zur Zeit Saddams waren die Bewohner meisten arm. So war das Marschland ein ideales Flucht- und Kampfgebiet.
Aber die Bewohner der „Tschiebaisch“ haben ihre eigene südliche Sonne und ihre eigene Welt. Sie haben ihre eigene Nationalkleidung und ihr eigenes Marschland.
Sie sind einfache Menschen geblieben so wie es ihre Vorfahren vor Tausenden Jahren waren. Ihr Leben besteht aus Wasser und südlichen Sonnenstrahlen.
Mit ihrer dunkelbraunen Farbe hat die Sonne ein natürliches Merkmal auf ihre Haut gemalt.
Deshalb es war Ihr Gott damals die Sonne.
Viele Herrscher versuchten diese Gebiete zu erobern. Aber ihre Wasser und ihre Sonne haben sie gegen ihre Feinde geschützt. Es gab vereinzelt welche die es geschafft hatten, diese Gebiete zu erobern, aber nicht lange.
Es gab verschiedene Herrschaften, die Perser, Osmanen, Engländer und andere.
Die Menschen im Irak begannen sich zuerst als Ursprung der Kultur auf der Welt zu fühlen und ihr Schätze nicht nur in ihrer Sonne und Wasser oben zu sehen, sondern haben sie unter ihren Seen später entdeckt.
Die Menschen glauben Adam und Abraham waren auch in diesem Gebiet.
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