NABU Thüringen fordert Aufklärung bei Kahlschlag im Biosphärenreservat Rhön

„Die Axt im Walde“ wütet in Kernzone

Thüringen (NABU Thüringen) - In einem Brief an Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz kritisiert der Naturschutzbund (NABU) den Holzeinschlag in einer der Kernzonen des Biosphärenreservates Rhön. Im Naturschutzgebiet „Rhönkopf-Streufelsberg“ wurden großflächig Fichten, Douglasien und andere Bäume eingeschlagen.

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Die Vielfalt der Natur in einer Sommerwiese erkunden

© Foto: Hößel

Die Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön haben den höchsten Schutzstatus. Für Kernzonen ist die natürliche Entwicklung ohne wirtschaftliche Nutzung festgeschrieben. Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen, zeigt sich verständnislos: „Wir halten es für sehr besorgniserregend, dass innerhalb der Kernzone großflächig Bäume entnommen wurden. Die dort durchgeführten Maßnahmen sind aus naturschutzfachlicher Sicht äußerst problematisch und als gravierend einzuschätzen. Auch wir müssen an diesen Stellen, ebenso wie der Forst, akzeptieren, dass diese Zonen selbst mit Fichte und Douglasie tabu sind, obwohl wir ansonsten starke Verfechter des Waldumbaus sind.“

Laut des Naturschutzbundes mache es auch Sinn, dass in einer solchen Zone keine Maßnahmen durchgeführt werden. Die natürliche, ungestörte Entwicklung, welche die Zielstellung in einer Kernzone ist, wurde durch diesen Eingriff massiv gestört. Normalerweise sollte sich hier Natur ohne den aktiven Einfluss des Menschen entwickeln können. Auch Fichten und Douglasien treten in die wertvollen Zerfallsphasen ein und Waldumbau findet langsam, aber dennoch ungestört statt. Es sollen die „Urwälder von morgen“ entstehen. Biosphärenreservate sind beispielgebend für die Nachhaltigkeit, was in diesem konkreten Fall nicht zutreffend ist, argumentieren die Naturschützer gegenüber dem Minister.

Der NABU Thüringen kritisiert in seinem Brief auch mangelnde Absprachen des zuständigen Forstamtes mit der Leitung des Biosphärenreservates und der Oberen Naturschutzbehörde. Der Verband fordert von Minister Reinholz den Vorfall umfassend zu prüfen und aufzuklären zu lassen. „Wir hoffen, dass es sich bei diesem Eingriff um einen bedauerlichen Einzelfall handelt und er nicht beispielgebend für den Umgang mit Kernzonen in Thüringen wird“, erklärt Jessat.

NABU Thüringen - Leutra 15, 07751 Jena
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