Jena (anw) – Zwei Reimahg-Zwangsarbeiter, die von den Nazis nach Deutschland verschleppt worden waren und überlebten, nahmen an der alljährlichen Gedenkfeier für die 15.000 Opfer teil. Ein weiterer Überlebender, Balila Bolognesi aus Italien, konnte aus gesundheitlichen Gründen in diesem Jahr nicht nach Kahla kommen und übermittelte deshalb eine schriftliche Botschaft.
Gedenkstätte Leubengrund: Der Saale-Holzland-Kreis und ausländische Gäste, darunter zwei Opfer und Familienangehörige, gedachten am Samstag der Zwangsarbeiter der Reimahg-Werke im 2. Weltkrieg.
© Foto: anwIn dieser Botschaft benannte er detailliert die Greuel und Qualen, mit denen der NS-Staat die Gefangenen aus neun Nationen überzog und die zwischen 2.000 und 3.000 Todesopfer forderte.
An der Gedenkstätte im Leubengrund - hier hatten die Nazis 1944/1945 ein Baulager errichtet - forderte Landrat Andreas Heller dazu auf, die Erinnerung an das „dunkelste Kapitel in der Geschichte unserer Region vor dem Vergessen zu bewahren“. Die Geschichte habe gezeigt, dass die rechte Ideologie nicht mit dem Naziregime untergegangen sei. Die Gesellschaft müsse Strategie gegen braunes Gedankengut und Rassismus entwickeln. Diese Verantwortung bleibe auch 67 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges bestehen, sagte Heller.
Gian Luca Marconi, Bürgermeister der italienischen Stadt Castelnovo ne’ Monti, sagte, in jener Zeit seien „Menschen für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität gestorben“. Er sei mehrere Jahre nicht nach Thüringen gekommen und freue sich deshalb sehr, unter den Gästen der Gedenkfeier so viele junge Menschen sehen zu können. Schüler aus drei Gymnasien des Landkreises waren Teilnehmer der Gedenkfeier. Auf Friedhöfen und weiteren Erinnerungsstätten in und um Kahla wurde anschließend ebenfalls der Opfer gedacht.
Bereits am Freitag zuvor war im Dokumentationszentrum des Walpersberg-Vereins in Großeutersdorf die neue Dauerausstellung eröffnet worden.
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