Jahresempfang am UKJ

Uniklinikum Jena erwirtschaftete 2011 einen Überschuss

Jena (anw) – Bei Sonnenschein fuhr am Montagnachmittag die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) am Universitätsklinikum in Lobeda vor. Und sonnige Ergebnisse konnte die UKJ-Führung auf dem Jahresempfang 2012 bekannt geben. Das einzige Uniklinikum im Freistaat setzte seinen Wachstumskurs 2011 fort.

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Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (2.v.l.) war Gast auf dem Jahrsempfang am Uniklinikum Lobeda. Begrüßt wurde sie von Prof. Dr. Klaus Höffken (l., Medizinischer Vorstand), Dr. Brundhilde Seidel-Kwem (Kaufmännischer Vorstand), und Prof. Dr. Klaus Benndorf (Dekan der Medizinischen Fakultät).

© Foto: anw

In Geld ausgedrückt wurde ein Überschuss von 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet. „Angesichts der hohen Investitionen für den 2. Bauabschnitt ist es wichtig, Überschüsse zu erwirtschaften“, erklärte der Kaufmännische Vorstand des UKJ, Dr. Brunhilde Seidel-Kwem. Außerdem müssten Tarifsteigerungen und höhere Sachkosten aufgefangen werden.

Ohne dass Abstriche an der medizinischen Versorgung stattfinden sollen. Rund 51.00 Patienten wurden im vergangenen Jahr von den ca. 4.500 Mitarbeitern behandelt. Die durchschnittliche Verweildauer von 8,15 Tagen an deutschen Kliniken sei am UKJ um 0,4 Tage unterboten worden. Dies führte der UKJ-Vorstand auf eine bessere medizinische Behandlung zurück.

„Die Weiterentwicklung der Medizin auf höchstem Niveau mitgestalten und eine Forschung sehr nah am Patienten sind zentrale Aufgaben“, erklärte Prof. Dr. Klaus Höffken, Medizinischer Vorstand und Sprecher der UKJ-Leitung. Das Jenaer Klinikum müsse sein Portfolio an diese Entwicklungen anpassen und zugleich erweitern. Dazu gehöre das Zentrum für Infektionsmedizin und ein neues Zentrum für Demenzkrankheiten. Gleichzeitig müsse das UKJ ein attraktiver Arbeitgeber bleiben. Stichworte seien hier Unternehmenskultur, Gestaltung des Arbeitsplatzes, Familienfreundlichkeit und Flexibilisierung der Arbeitszeit.

Deutlich mehr Drittmittel für Forschungsprojekte will das UKJ nach Aussage vom Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Klaus Benndorf, einwerben. Die derzeit 22,7 Millionen Euro sollen innerhalb von 4 Jahren auf 40 Millionen Euro gesteigert. Jena habe mit dem Sepsis-Zentrum ein „europaweit sichtbares“ Projekt entwickelt. Zweiter wichtiger Schwerpunkt sei der Themenbereich Altern und Alterserkrankungen, der gemeinsam mit der Kern-Uni bearbeitet werden soll.

Das UKJ will laut Benndorf den Bereich Medizin Medizinische Optik bearbeiten und an der Uni ein Verbundprojekt etablieren. Jena bietet schließlich dafür mit seiner stark auf die Optik fokussierten Firmen- und Institutslandschaft sehr gute Voraussetzungen. Dies habe man, räumte der Dekan ein, auch schon früher angehen können. Außerdem werde das Thema Signaltransduktion (Signalverläufe im Körper) ein neuer Forschungsschwerpunkt werden.

Laut Prof. Benndorf plant die Medizinische Fakultät eine Reformierung der Ausbildung für die ersten vier Semester, die in anderthalb Jahren greifen soll. Stärker sollen naturwissenschaftliche Kenntnisse der Physik, Chemie und Biologie bezogen auf die Medizin den angehenden Ärzten - derzeit sind 260 Studenten eingeschrieben - vermittelt werden. „Dies gibt es anderswo nicht“, sagte Benndorf. Dabei würden die Approbationsordnung eingehalten und der Charakter eines universitären Studiums keinesfalls verloren gehen.

Der UKJ-Vorstand gab zudem bekannt, dass der europaweite Teilnahmewettbewerb für den 300 Millionen Euro teuren 2. Bauabschnitt des Klinikums gestartet worden sei. Die Entscheidung soll noch vor dem Winter getroffen werden.

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