Jena (sh) - Bei Klassikern denkt man zuerst an Goethe und Schiller oder Beethoven und Mozart, vielleicht noch an Eisenstein und Truffaut. Doch kaum jemanden fällt dann wohl der Harz oder das Erzgebirge ein. Doch diese bergigen Gegenden haben ebenfalls Klassikerpotential - zumindest unter Mineralogen. Beweisen wird das die neue Ausstellung in der Mineralogischen Sammlung (Sellierstraße 6) der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Steinerne Klassiker aus deutschen Erzlagerstätten werden in einer Sonderschau der Mineralogischen Sammlung gezeigt.
© Foto: Kasper/FSUSeit dem 10. Mai können Besucher alles über „deutsche Erzlagerstätten und ihre Minerale" erfahren - eben echte Klassiker für Geowissenschaftler.
„Die Universität Jena wird im Sommer Mitveranstalter eines großen, internationalen Mineralogenkongresses in Dresden sein", erklärt Dr. Birgit Kreher-Hartmann, die Kustodin der Mineralogischen Sammlung, den Anlass des Ausstellungsthemas. „Während einer Exkursion werden die Experten aus aller Welt auch nach Jena kommen, weswegen wir einerseits durch die Exponate unsere Sammlung vorstellen und andererseits einen allgemeinen Überblick über deutsche Erzlagerstätten liefern wollen." Selbstverständlich sei aber das Thema auch für alle anderen Gäste sehr bereichernd. So gehört das Thema „Lagerstätten" auch zum Schulplan.
Die mineralogischen Klassiker sind überall in der Republik verteilt und untrennbar mit dem Bergbau verbunden. „Wir erklären in der Ausstellung, wie sich verschiedene Arten von Lagerstätten bildeten und unsere Sammlungstücke veranschaulichen die unterschiedlichen Erzarten", sagt Kreher-Hartmann. So sind die so genannten Ganglagerstätten weit verbreitet. Es handelt sich dabei um Felsspalten, in denen sich Minerale - z. B. Erze - aus wässrigen Lösungen herauskristallisiert haben.
Trotz der langen Tradition des Erzbergbaus in Deutschland sind inzwischen nahezu alle Minen geschlossen. „Zwar konzentrieren wir uns innerhalb der Ausstellung auf die mineralogischen Aspekte, aber durch die enge Verbindung mit dem Abbau der Erze erfahren die Besucher auch ein Stück weit deutsche Bergbaugeschichte", sagt die Organisatorin der Schau. Für einen solchen Überblick ist die Mineralogische Sammlung der Universität Jena geradezu prädestiniert, beinhaltet sie doch viele Schaustücke aus den vorgestellten Abbaugebieten.
Die Ausstellung in der Sellierstraße 6 endet am 2. November 2012.
Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag 13 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.
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