Jena (sho) - Wie soll Thüringen im Jahr 2020 aussehen? Mit dieser zentralen Frage setzt sich die Thüringer CDU intensiv auseinander und hat deshalb einen breiten Diskussions- und Denkprozess gestartet.
Am vergangenen Freitagabend trafen sich CDU-Mitglieder im Jenaer Planetarium um über die Zukunft des Freistaates zu diskutieren. Auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht konnte dort begrüßt werden.
© Daniel WermkeIn diesen Denkprozess sollen alle Mitglieder der Thüringer Union aktiv einbezogen werden. Sie sind eingeladen, gemeinsam über die Politik der Zukunft mitzudiskutieren und Ideen zu entwickeln. Der Auftakt für den Zukunftsdialog „Thüringen 2020" wurde am 8. Oktober im Jenaer Zeiss-Planetarium gemacht. Über 100 Neumitglieder kamen, um gemeinsam mit der CDU-Landesvorsitzenden, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und dem Vorstandsvorsitzenden der Jenoptik Michael Mertin über die Zukunft des Freistaates zu diskutieren.
Um in die Zukunft blicken zu können, müsse man sich auf die eigenen Wurzeln besinnen. Da waren sich alle einig. Laut Mertin seien diese Fundamente besonders die soziale Marktwirtschaft und die christliche Ethik. Der Jenoptik-Chef nutzte die Gelegenheit des Dialoges gleich, um einige kritische Anregungen hervorzubringen. Unter anderem forderte er die Regierung zum Schuldenabbau auf. „Man könne nicht künftige Generationen belasten. Konkrete Entschuldungspläne müssen her," mahnte Mertin. Für die Entwicklung Thüringens sagte er eine Abwanderung aus der ländlichen Region und Konzentration auf Ballungszentren vorher. Den Mix aus High-Tech-Zentren und grüner Lunge sehe er aber durchaus als Chance für den Freistaat.
Lieberknecht beschrieb in ihrer Rede einige entscheidende Wegmarken für die zukünftige Entwicklung Thüringens. In zehn Jahren solle Thüringen unter den Top fünf der Bundesländer stehen. Eine der größten Herausforderung bis dahin sei der demographische Wandel. Um ihm und einem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken sei es besonders wichtig, die Abwanderung junger Menschen zu stoppen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, die Tragfähigkeit der sozialen und technischen Infrastruktur, insbesondere in den ländlichen Räumen, zu erhöhen. Neben diesen Punkten wolle sich die CDU auch verstärkt für eine nachhaltige Wirtschafts- und solide Finanzpolitik einsetzen. „Bis 2014 keine Schulden mehr für Thüringen", hieß es. Auch das Thema erneuerbare Energie wurde angesprochen. Von der Ministerpräsidentin gab es zwar ein Bekenntnis zu regenerativer Energie, „es müsse jedoch vernünftig sein und passen", fügte sie bestimmt hinzu.
Über all diese Vorhaben und Ziele wurde im Anschluss diskutiert, um die Wünsche und Vorstellungen der Bürger besser einbeziehen zu können. Bis 2011 will die Thüringer CDU in mehreren Veranstaltungen mit ihren Mitgliedern ins Gespräch kommen, dann wird es einen großen Abschlusskongress geben. Der Auftakt zum Zukunftsdialog im Planetarium endete mit dem CDU-Herbstfest.
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