Wettbewerbsjury entschied einstimmig

Eichplatz-Neubau hat einen Favoriten - Vergabeverfahren wird gestartet

Jena (anw) – Das große Innenstadtprojekt Eichplatz-Bebauung, es entwickelt sich. Am Donnerstag stellte die Stadtverwaltung die Ergebnisse des Wettbewerbs um den Neubau des historischen Eichplatzes vor. Nahezu an identischer Stelle und in etwa der damaligen Größe wird der rund 50 x 35 m große Nachfolger des früheren Eichplatzes entstehen.

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Jurymitglied Prof. Hilde Barz-Malfatti (l.), Stadtentwicklungsdezernentin Katrin Schwarz und Stadtarchitekt Dr. Matthias mit dem Siegerentwurf für den neuen Eichplatz.

© Foto: anw

Die Jury hat am 6. Juni 2012 eine Entscheidung gefällt und dem Entwurf der Breimann & Bruun GmbH Co. KG aus Hamburg einstimmig den 1. Preis zugesprochen. Der Siegerpreis ist mit 20.000 Euro dotiert. Vergeben wurden weiterhin ein 2. Preis an MSB Landschaftsarchitekten, Hamburg (12.000), und ein 3. Preis (7.000) an Sprenger Landschaftsarchitekten (Berlin) sowie zwei Anerkennungen (jeweils 5.000). Die Arbeiten der Preisträger werden vom 25. bis 30. Juni 2012 in der Seitenmall der Goethe Galerie und vom 2. bis 10. Juli in der Rathausdiele ausgestellt. Im Rathaus, kündigte Stadtarchitekt Dr. Matthias Lerm an, soll eine öffentliche Diskussionsrunde stattfinden, der Termin werde noch bekannt gegeben.

Der zweistufige Wettbewerb hatte zunächst 69 Bewerbungen erbracht. Darunter seien ungewöhnlicherweise alle deutschen Landschaftsarchitekten mit Rang und Namen vertreten gewesen, teilte Jurymitglied Prof. Hilde Barz-Malfatti (Bauhaus-Uni Weimar) mit. In der ersten Stufe wurden zehn Beiträge ausgewählt, die Hinweise zur Verfeinerung ihrer Arbeiten von der Jury erhielten.

„Diese sehr wichtige Entscheidung ist eine ästhetische Lösung, mit der wir leben wollen, müssen und können“, bewertete durchaus auch emotional geprägt Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) den Wettbewerbsausgang. Die Jury lobte den Charme des Siegerentwurfes, dessen eigenständigen Charakter und Eleganz sowie die gelungene Einfügung in das Areal. Der Entwurf ermögliche Sichtbeziehungen, die den Platz von allen Seiten visuell erlebbar werden lassen und er biete eine überzeugende Lösung für das Gefälle zwischen Johannisstraße und Leutrastraße. Rechts und links werden Treppen errichtet, der große Zwischenraum weist in Richtung Süden abfallende Sitzterrassen auf, durch die eine Rampe in Serpentinenform geführt wird. Auf diesem Platzabschnitt sollen zehn Stileichen mit hohen Kronen gepflanzt werden. Auf dem südlichen Platzteil wird ein von vielen Bürgern gewünschtes Wasserspiel ebenerdig errichtet. „Dieser Entwurf bietet allen Bevölkerungsgruppen einen ruhigen und angenehmen Aufenthalt und der Platz ist multlfunktional nutzbar“, lobte auch Stadtentwicklungsdezernentin Katrin Schwarz (parteilos) den 1. Preisträger.

Zum Zeitrahmen. Der neue Eichplatz kann erst gebaut werden, wenn die Hochbauten der Baufelder MK II und MK III vollendet sind. Der Flachbau zwischen Jentower und der heutigen westlichen Treppe wird abgerissen. Jetzt wird die Stadtverwaltung ein Vergabeverfahren einleiten und alle drei Preisträger auffordern, daran teilzunehmen. Die Entscheidung, im Unterschied zu den Hochbauarealen auf dem heutigen Eichplatz, die der Stadtrat treffen muss, liegt dann bei der Stadtverwaltung. Günstige Abläufe bei Entscheidungen, Baufreigaben und Realisierung vorausgesetzt, könnten laut Stadtarchitekt Dr. Lerm die Jenaer in ca. drei Jahren wieder einen Eichplatz in seiner ursprünglichen Dimension ihr eigen nennen.

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