Jena (sho) - Im Alten Straßenbahn-Depot in der Dornburger Straße wurde wieder Werkstattbetrieb aufgenommen. Werkstattmitarbeiter der Jenaer Nahverkehr GmbH führen Wartungs- und Reparaturarbeiten durch. Damit wird das Alte Depot wieder in seinem ursprünglichen Sinn genutzt.
Werkstattmitarbeiter der Jenaer Nahverkehr GmbH bei Wartungs- und Reparaturarbeiten im Alten Straßenbahn-Depot in der Dornburger Straße.
© Foto: shoGrund für das Wiedererwachen sind die umfangreichen Baumaßnahmen im Bereich der Knebelstraße und die damit verbundene Trennung in ein nördliches und ein südliches Liniennetz. „Die Fahrzeuge, die unterwegs sind im südlichen Bereich Jenas werden ganz normal in der Hauptwerkstatt in Burgau gewartet“, sagte Udo Beran, Geschäftsführer der Jenaer Nahverkehr GmbH, „im Alten Straßenbahndepot werden die 13 Fahrzeuge, die sich im nördlichen Liniennnetz befinden, gewartet, geprüft, gereinigt und gegebenenfalls auch repariert.“ Erledigt werden können hier alle technisch erforderlichen Arbeiten, ausgenommen größere Unfallreparaturen.
Zuletzt war in der Halle im Jahr 2000 Werkstattbetrieb, bevor die neue Straßenbahnwerkstatt in Burgau ihre Arbeit aufnahm. Doch leer stand das Gebäude auch in den vergangenen Jahren nicht. Es fungierte als Abstellhalle für die historischen Fahrzeuge des Jenaer Nahverkehrs sowie für die Partybahn. Zudem fanden in dem Gebäude Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. So wurden bis ins Jahr 2003 im „Kultur-Depot“ regelmäßig Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen und Modenschauen durchgeführt. Diese Idee konnte mit der Ausrichtung der Darwin-Ausstellung im Jahr 2012 erneut aufgenommen werden. Im vergangenen Jahr folge mit der Stella-Ausstellung das nächste Highlight. Darüber hinaus hat mittlerweile der Modelleisenbahnklub Jena 49 e.V. seine Heimat in dem Haus gefunden.
Eine wechselvolle Geschichte also für das Alte Depot, das wie der Jenaer Nahverkehr 2012 sein 111-jähriges Jubiläum gefeiert hat. „Diese Halle war 1901 der Ausgangspunkt des Straßenbahnbetriebes in Jena“, so Beran, „zur Anlage gehörte auch ein Elektrizitätswerk, das mit Kohle betrieben wurde. Dieses Kraftwerk, das benötigt wurde, um den Strom für die Jenaer Straßenbahn herzustellen, war gleichzeitig der Beginn der Elektrifizierung Jenas.“ Mit Ausnahme des Zeiss-Werkes gab es zur damaligen Zeit noch keinen elektrischen Strom in der Stadt.
Heute steht das Alte Straßenbahn-Depot unter Denkmalschutz. Es wird auch künftig den Rahmen für Ausstellungen bieten. Im Oktober wird eine von der Stadt Jena organisierte Wanderausstellung mit dem Titel „Blick/Wechsel - deutsch-deutsche Städtepartnerschaften 1986 bis heute“ präsentiert. Daran schließt sich die 53. Modelleisenbahn-Ausstellung des Modelleisnbahnklubs Jena an. Zudem laufen derzeit Verhandlungen 2013 zwei weitere interessante Ausstellungen nach Jena zu holen. Soviel sei verraten, einmal könnte es in die künstlerische und einmal in die medizinische Richtung gehen.
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