Northeim (lpd/usj) - Der Landkreis Northeim hat sich erfolgreich um die Teilnahme an dem Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken. Gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" beworben.
Der Entwicklung und Umsetzung eines Lokalen Aktionsplans wurde damit grünes Licht erteilt. Konkret geht es darum, den Auf- und Ausbau von Netzwerkstrukturen zu unterstützen, Projekte und Interessierte zusammenzubringen, Möglichkeiten zu Auseinandersetzung und Engagement aufzuzeigen und natürlich Projekte durchzuführen.
Einzelprojekte, die Toleranz fördern und Kompetenzen steigern und damit direkt oder indirekt gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus wirken, können inhaltlich und organisatorisch beraten und finanziell unterstützt werden.
Die Kommune und lokalen Akteure der Zivilgesellschaft - von Kirchen über Schulen oder Vereinen und Verbänden bis hin zu engagierten Einzelpersonen - arbeiten dabei eng zusammen. Deren Vertreter sind in einem Begleitausschuss aktiv und entscheiden u.a. über eingehende Projektanträge. Die Mitglieder des Begleitausschusses treffen sich derzeit regelmäßig etwa alle vier Wochen.
Projekte können z.B. von einer Schulklasse, einem Verein, der Jugend-, der Polit- oder der Kirchengruppe eingereicht werden. Außerdem sind Initiativen von Einzelpersonen, insbesondere von Jugendlichen - aber nicht nur -, in jedem Fall erwünscht.
Auf die Größe eines Projektes kommt es dabei nicht an, sondern auf die Idee und die Umsetzung. Je Einzelprojekt ist eine Förderung von bis zu 20.000 Euro möglich, wobei eine Kofinanzierung grundsätzlich erwünscht ist.
Nachdem zunächst eine Kooperation mit dem Kreisjugendring angedacht war, nimmt die Aufgabe der externen Projektkoordination nunmehr seit dem 1. Januar 2012 die Werk-statt-Schule wahr. Neben der Beratung von Antragstellern geht es im Rahmen Projektkoordination insbesondere darum, Akteure zusammen zu bringen und auf bestehende Aktivitäten hinzuweisen.
Allein für 2012 stehen Fördergelder in Höhe von 90.000 Euro zur Verfügung. Erste Projekte sind "Jugend und Nationalsozialismus" der KGS Moringen und "Mittendrin statt nicht dabei" der Ev. Jugend Bad Gandersheim. Weitere Projekte befinden sich in der Antragsphase.
"Unser Ziel ist es in möglichst weiten Teilen der Kreisbevölkerung Aufmerksamkeit und Engagement gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu erzielen", so Landrat Michael Wickmann, der sich zugleich wünscht, dass Aktivitäten möglichst nicht ausschließlich auf die größeren Städte beschränkt bleiben.
"Ich sehe es gerade auch in einem Flächenlandkreis wie den Landkreis Northeim als besondere Herausforderung an, das Projekt möglichst weit im Kreisgebiet zu streuen", so die Projektkoordinatorin Silke Doepner. Die bei Bedarf deshalb auch gern zu Beratungsgesprächen vor Ort bereit ist.
Die Externe Koordinierungsstelle ist untergebracht in den Räumen der Werk-statt-Schule, Friedrich-Ebert-Wall 1, in Northeim. Silke Doepner ist dort zu erreichen per Mail s.doepner@werk-statt-schule.de und unterTel.05551/9788-16. Hier gibt es neben allgemeinen Informationen zum Programm auch die erforderlichen Antragsunterlagen. In Arbeit sind derzeit auch ein Flyer und eine projekteigene Homepage, die etwa in vier Wochen der Öffentlichkeit präsentiert werden soll.
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