Praktikum im Biosphärenreservat

Biosphären-Praktikum

Rhön (sj) - Im sechswöchigen Praktikum im Biosphärenreservat arbeitete Geographiestudentin Julia Riebal an einem Bericht zu Klimaveränderungen in der Rhön und deren Auswirkungen.

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Engagierte Praktikantin Julia Riebel

© Foto: Grollmuß

Im Rahmen des Praktikums führte sie eine Vielzahl von Interviews mit Botanikern, Landwirten, Biologen, Touristikern und verschiedenen Behördenvertretern. Die Ergebnisse fasste sie in einem Bericht zusammen. Die Auswertungen ergaben, dass in der Rhön die klimatischen Veränderungen sehr ähnlich den Veränderungen der gesamten Nordhemisphäre sind – und sie sind wahrnehmbar! In den letzten Jahrzehnten erhöhte sich die jährliche Durchschnittstemperatur. Auswirkungen lassen sich in der heimischen Flora und Fauna der Rhön schon heute erkennen. Zum Beispiel finden sich vermehrt wärmeliebende Orchideen, mediterrane Schmetterlingsarten oder auch wärmeliebende Pilze in der Rhön. Nordische Arten wie die Arnika und die Trollblume befinden sich demgegenüber auf dem Rückzug. Hält der Trend zu einem wärmeren und trockeneren Klima im Sommer an, so werden wohl zunächst die noch in der Rhön heimischen Reliktarten der letzten Eiszeit, wie etwa die Alpenspitzmaus, verschwinden. Überrascht zeigte sich die Praktikantin, dass es zwar eine weit verbreitete allgemeine Wahrnehmung von Veränderungen gibt, im Tourismus und in der Landwirtschaft bislang aber kaum Strategien zur Bewältigung der Veränderungen entwickelt wurden. Anders erlebte sie die Situation bei der Forstwirtschaft. Intensiv befasst sich die Forstwirtschaft bereits mit den Klimaphänomenen und passt den Waldbau den erwarteten Veränderungen an. Riebel stellt fest, dass der Klimawandel in der Realität, aber auch in der Wahrnehmung in Osthessen angekommen ist. Allerdings gibt es für den hiesigen Raum bislang nur wenig Forschung in diesem Bereich. Riebel ist sich sicher: In naher Zukunft werden insbesondere Politik, Verwaltung und Landbewirtschafter verstärkt auf die veränderten Bedingungen reagieren müssen. Neben der Klimathematik befasste sich Riebel auch mit dem diskutierten Windkraftausbau der Rhön und entwickelte eine Stärken-Schwächen-Analyse. Die Naturschutzwarte des Reservates Rhön unterstützte sie bei Umweltbildungsprojekten, z.B. beim Bau eines Weidentipis. Auch beim Projekt „Mobile Käserei“ von Landwirtschaftsberaterin Emig arbeitete Frau Riebel mit. Darüber hinaus nahm sie an einer Reihe von Arbeitsgesprächen teil und erhielt so einen guten Einblick in die Arbeit des Biosphärenreservates Rhön.

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