Gera (sv) - Den Denkmalschutzpreis des Landes Thüringen in der Preiskategorie Einzeldenkmal wurde am Donnerstag in Erfurt an das Magdeburger Ehepaar Prof. Dr. Rita und Dr. Volker Kielstein aus Magdeburg verliehen.
Prof. Dr. Rita und Dr. Volker Kielstein (Bildmitte) nach der Preisverleihung mit Kultusminister Christoph Matschie (vorn rechts) und Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen (vorn links); in der hinteren Reihe: Dr. Sven Ostritz, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie (l.), Landeskonservator Holger Reinhardt (r.)
© Foto: Werner Streitberger
Sie wurden für die Sanierung und Rekonstruktion von Haus Schulenburg in Gera geehrt. Die Jury hatte aus 17 Vorschlägen acht Preiseträger ausgewählt. Thüringen besitzt etwa 30 000 Kulturdenkmale. Davon hat Haus Schulenburg als ausgereiftes Gesamtwerk des Architekten Henry van de Velde (1863-1957) Bedeutung weit über Thüringen hinaus.
Rita und Volker Kielstein erwarben im Dezember 1996 das damals bereits sechs Jahre leerstehende Gebäude mit umgebendem Gelände. Mit Gründung der „Europäischen Vereinigung der Freunde van de Veldes“ setzen sie sich zudem für die Erhaltung und Pflege des Oeuvres dieses Künstlers von europäischem Rang ein. Sie sehen es als ihre Aufgabe an. das überkommene Erbe einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die Sanierung ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Erst seit diesem Jahr krönt der so genannte Maiglöckchenfries, der in verschiedenen Variationen die Handschrift van de Veldes ausmacht, in einigen Räumen die schlichten Gestaltung. Ein Besuch lohnt sich also auch für alle Besucher, die bereits im Jahr 2007 die ersten Räumlichkeiten im Erdgeschoss zur Bundesgartenschau Gera-Ronneburg betreten konnten. Zudem sind in der Zwischenzeit originale Möbel angekauft und wieder am ursprünglichen Ort aufgestellt worden.
Doch nicht allein den Umstand der Rettung der Villa Schulenburg vor dem weiteren Verfall und letztlich drohenden Verlust gilt es zu würdigen. Inzwischen zählt das Ehepaar Kielstein dank seiner unermüdlichen Beschäftigung mit dem Objekt selbst zu den international anerkannten Fachleuten und Sammlern in Bezug auf Henry van de Velde. Mit der mustergültigen Rekonstruktion von Villa und Garten, deren öffentlicher Nutzung und Erschließung als Gesamtkunstwerk ist das Ehepaar Kielstein selbst zum Mäzen und somit zu einem würdigen Nachfolger des Bauherren Paul Schulenburg geworden.
Kaum hält Dr. Kielstein den Thüringer Denkmalschutzpreis in den Händen, spricht er schon über neue Projekte - die Erweiterung des Gartens und die Vorbereitungen auf das Van de Velde Jahr 2013. Für das herausragende Engagement der Familie Kielstein in Gera dankt und gratuliert Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn herzlich und bedauert, dass sie wegen ihrer Amtseinführung nicht selbst bei der Preisverleihung in Erfurt anwesend sein konnte.
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