Lebenshilfe e.V. bietet eine Schulung für pflegende Angehörige an

Leben mit Demenz

Leinefelde-Worbis - Wussten Sie, dass alle 24 Sekunden weltweit ein Mensch die Diagnose Demenz erhält?  Demenz - die neue Pandemie, der Albtraum eines jeden von uns, der mit fortschreitendem Alter Schwierigkeiten hat, sich Namen zu merken oder dem nicht immer das rechte Wort zur rechten Zeit einfällt.

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Mit Helga Rohra wurde zum ersten Mal eine Frau in den Vorstand einer deutschen Alzheimer-Gesellschaft gewählt, die selbst an einer Demenz erkrankt ist.

© Foto: privat

Alzheimergesellschaft Thüringen e.V. hatte am 11.01.2012 zu der Buchlesung „Aus dem Schatten treten" mit Helga Rohra nach Erfurt eingeladen. Am 07.02.2012 war Frau Rohra zum dritten Mal im ZDF bei Markus Lanz zu sehen. Frau Rohra, 58 Jahre alt, Simultandolmetscherin und alleinerziehende Mutter, lebt seit fast fünf Jahren mit der Diagnose Demenz. In ihrem Buch erzählt sie, wie die Krankheit ihr altes Leben über den Haufen warf und wie es ihr gelungen ist, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Mit Helga Rohra wurde am 16. März 2010 in München zum ersten Mal eine Frau in den Vorstand einer deutschen Alzheimer-Gesellschaft gewählt, die selbst an einer Demenz erkrankt ist. Sie schreibt Bücher, geht in Talk-Shows, hält Vorträge. Sie will Mut machen und kämpft für eine neue Kultur des Zusammenlebens – und das gerade jetzt, im Europäischen Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen.

Demenz ist eine nicht sichtbare Behinderung und deshalb ist ein Sensibilisieren unserer Gesellschaft nötig. Demenz ist nicht das Ende – sondern der Beginn eines anderen Lebens. Frau Rohra fordert, dass niemand, der gerade ein derart einschneidendes Ereignis wie die Eröffnung der Diagnose Demenz hinter sich hat, allein gelassen werden darf. Sie spricht ehrlich aus: „Demenz ist mit Stigma behaftet: hilfsbedürftig, multimorbid und verwirrt. Wir werden in Zukunft konfrontiert werden mit immer jüngeren Dementen. Sie sind auch eine ethische Herausforderung für uns. Manche Menschen wollen nicht aus dem Schatten treten, sie schämen sich, aber auch Angehörige schämen sich. Einschränkungen hat jeder Mensch – dafür muss man sich nicht schämen! Es ist die Art, wie man damit umgeht." Auch, wenn das hoffnungsfroh klingt, verschweigt sie nicht, dass sich zahlreiche ihrer Freunde aus ihrem Leben verabschiedet haben – sie schämen sich mit ihr."

Um Angehörige, die  ein Heer von Helden sind, die ungedankt und unbeobachtet von uns allen jeden Tag Großartiges leisten, bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen, wird sich die Lebenshilfe Leinefelde – Worbis e.V. künftig stärker auch auf diesem Gebiet engagieren. Sei es in der Betreuung von Menschen mit Demenz, als auch in der Begleitung der Angehörigen. Gemeinsam mit der Alzheimer Gesellschaft Thüringen e.V. führt die Lebenshilfe Leinefelde – Worbis e.V. aktuell eine Schulung für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz durch. In sieben Wochen – jeweils donnerstags von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr  - werden die wichtigsten Dinge rund um das Thema Demenz in der Familie besprochen. Beginn ist am 05.04.2012 um 16.00 Uhr in Worbis in der Jägerstraße 1. Nähere Informationen erteilt Frau Schlothauer unter der Rufnummer 036074/621615.

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