DGB Thüringen empfiehlt

Ausbildung nie leichtfertig abbrechen

Thüringen (DGB) - Für die meisten Jugendlichen sind die ersten vier Monate ihrer Ausbildungszeit vorbei und damit endet die Phase der so genannten Probezeit in der quasi eine Beendigung des Ausbildungsverhältnisses ohne große Probleme sowohl für Arbeitgeber als auch für die Auszubildenden jederzeit möglich gewesen wäre.

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So sehen zufriedene Azubis aus.

© AFP

„Warum der Gesetzgeber während der Reform des Berufsbildungsgesetzes die Probezeit von drei auf vier Monate erhöht hat, ist bis heute nicht nachvollziehbar. Zu weniger Ausbildungsabbrüchen hat das auf jeden Fall nicht geführt. Im Gegenteil es hat nach meiner Erfahrung dazu geführt, dass junge Menschen eine noch längere Phase der Unsicherheit im Betrieb durchmachen müssen. Junge Menschen brauchen aber unterstützende Anleitung und keine Unsicherheit, deshalb brauchen wir eigentlich eine Verkürzung der Probezeit", fordert der Berufsbildungsexperte des DGB Thüringen Sandro Witt.

Der DGB und seine Gewerkschaften engagieren sich in den Ausschüssen der Beruflichen Bildung in den so genannten zuständigen Stellen. Hierzu gehören sowohl die Berufsbildungsausschüsse bei den IHK und HWK genauso wie im IHK Bereich angesiedelte Schlichtungsausschüsse in denen Streitigkeiten zwischen Azubi und Chef geschlichtet werden können. Außerdem sind Arbeitnehmervertreter/innen in den Prüfungsausschüssen vertreten in denen die Abschlussprüfung stattfindet.

„Wir empfehlen den Auszubildenden sich bei Problemen in der Ausbildung an die zuständige IHK oder Handwerkskammer zu wenden. Wenn natürlich die Probleme bestehen bleiben oder gar nichts mehr geht, hilft es, die zuständige Gewerkschaft oder den DGB einzuschalten. Nur wenn wir von Problemen auch erfahren, können wir in den entsprechenden Ausschüssen aktiv werden und helfen. Ich habe sehr gute Erfahrungen in den Schlichtungsausschüssen der IHK gemacht. Die überwiegenden Streitigkeiten zwischen Azubi und Arbeitgeber konnten wir hier immer zu Gunsten von beiden Seiten schlichten. Ich möchte das ausdrücklich als Lob dieses Instrumentes verstanden wissen. Das muss bekannter werden“, fordert Witt.

Abschließend fordert der DGB erneut dazu auf die Ausbildungsqualität zu verbessern. „Wir werden auch 2012 wieder einen Report erstellen und öffentlich auf Missstände hinweisen“, so Witt abschließend.

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